Samsung S26 mit Google Gemini: AI-Revolution vor neuer Siri
Samsung hat am Mittwoch die Galaxy S26-Serie vorgestellt, die als Meilenstein in der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) gilt und Google’s Gemini-AI-Plattform in den Mittelpunkt rückt. Die neue Flaggschiff-Serie markiert einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung agenter KI, die nicht nur Informationen verarbeitet, sondern auch autonome Aktionen in Drittanbieter-Apps ausführt – ein Feature, das bislang nur innerhalb von Samsung-Apps möglich war. Mit dem S26 kann Gemini nun komplexe, mehrschrittige Aufgaben übernehmen, etwa das Buchen einer Uber-Fahrt, wobei der KI-Assistent die App öffnet, Optionen auswählt und den Prozess im Hintergrund abschließt, während der Nutzer andere Dinge macht. Dieser Fortschritt unterstreicht, wie tief Samsungs Zusammenarbeit mit Google geworden ist – insbesondere nachdem das Unternehmen bereits 2024 mit dem S24 die erste kommerzielle Integration von Gemini vorgenommen hatte und im S25 die Zugänglichkeit über einen langen Tastendruck am Seitentasten verbessert hatte. Neben Gemini nutzt die S26-Serie auch Perplexity für webbasierte Suchanfragen und eine überarbeitete Version von Bixby, die nun auf einem leistungsfähigeren, eigenentwickelten Sprachmodell basiert. Dieser Multi-Agent-Ansatz zeigt, wie strategisch Samsung agiert: Es baut nicht auf eine einzige KI-Plattform, sondern diversifiziert, um Abhängigkeiten zu minimieren – trotz der enger werdenden Kooperation mit Google. Diese Balance ist besonders bemerkenswert, da Samsung jahrelang versucht hat, sich von Googles Ökosystem zu lösen, etwa durch die Entwicklung des Betriebssystems Tizen und der eigenen Assistentin Bixby. Doch im KI-Zeitalter hat sich die Dynamik gewandelt: Samsung ist heute der wichtigste Vertriebskanal für Google’s KI-Produkte im mobilen Bereich – ein Vorteil, den Apple, trotz seines eigenen Milliarden-Deals mit Gemini, bisher nicht erreichen konnte. Die Fokussierung auf agente KI ist zentral für Samsungs Marketingstrategie. Laut Charles Uptegrove, Produktmanager für die US-Flaggschiffe, kann Gemini nun direkt mit Kalender, Erinnerungen und Samsung Notes interagieren – etwa indem es Inhalte aus YouTube-Videos zusammenfasst und in Notizen speichert. Die Ausweitung auf weitere Dienste wie Instacart und DoorDash ist geplant. Damit rückt Samsung in eine Position, die Apple in seiner kommenden Siri-Neuauflage nachahmen muss – und zwar schnell. Denn Apple plant, Siri künftig mit Google’s KI-Technologie zu stärken, um die bisherige Beschränkung der Assistenten zu überwinden. Samsungs S26 zeigt nun, was möglich ist: Eine KI, die nicht nur antwortet, sondern handelt – und das über App-Grenzen hinweg. Trotz dieser technologischen Führung steht Samsung vor Herausforderungen. Apple überholte Samsung 2024 erstmals seit 12 Jahren als weltweit führender Smartphone-Hersteller, und auch in den Lieferzahlen lag Apple im November 2024 erstmals seit 14 Jahren vor Samsung. Zudem präsentiert die S26 Ultra die weltweit erste integrierte Privacy Display-Technologie, die die Lichtverteilung pro Pixel steuert, um die Bildschirmanzeige nur für den Nutzer sichtbar zu machen. Samsung verzeichnete weltweit bereits 400 Millionen KI-fähige Geräte und strebt an, die Zahl auf 800 Millionen mit Gemini-Anbindung bis Ende des Jahres zu verdoppeln. Doch für Google bleibt der entscheidende Faktor nicht die Samsung-Verbreitung, sondern der Zeitpunkt, zu dem Apple seine Siri-Überarbeitung auf den Markt bringt – denn dort liegt der entscheidende Wettbewerbsvorteil.
