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AI-Boom: Tech-Riesen bauen Datenzentren in den USA

In der westlichen Region von Texas, wo der Staub rötlich und eisig in der Luft hängt, entsteht ein neues industrielles Zentrum des 21. Jahrhunderts: OpenAIs Stargate-Projekt. Unter der Leitung von CEO Sam Altman wird hier ein Netzwerk von Datacentern errichtet, das mit einer Schätzung von 50 Milliarden US-Dollar pro Standort insgesamt rund 850 Milliarden Dollar an Investitionen anzieht – fast die Hälfte des globalen AI-Infrastrukturwachstums, das HSBC für 2024 prognostiziert. Die Baustelle, so groß wie eine Kleinstadt, wird von 6.000 Arbeitern täglich betreten, deren Fahrzeuge den Boden in eine staubige, wechselhafte Masse aus Staub und Schlamm verwandeln. Inmitten dieser trostlosen Landschaft, die von kurzen Regenfällen und hartnäckigem Sonnenschein geprägt ist, entsteht die physische Grundlage einer neuen Ära: die industrielle Herstellung von künstlicher Intelligenz. OpenAIs CFO Sarah Friar betont, dass der Standort letztlich über eine Gigawatt-Kapazität erreichen könnte – genug, um 750.000 Haushalte mit Strom zu versorgen, etwa so viel wie Seattle und San Francisco zusammen. Die ersten Rechenzentren sollen 2026 in Betrieb gehen, getrieben von Nvidias neuen Vera-Rubin-Chips, mit weiteren Entwicklungen für 2027 bis 2029 geplant. Doch Stargate ist nur ein Teil einer umfassenden Revolte in der US-Infrastruktur. In Louisiana baut Meta-CEO Mark Zuckerberg mit Hyperion ein Rechenzentrum, das mehr Energie verbraucht als New Orleans. In Arkansas entsteht bei Google ein multibillionen-Dollar-Projekt, das die größte private Investition in der Bundesstaatsgeschichte darstellt. Elon Musks Colossus, ursprünglich in einer stillgelegten Fabrik entstanden, wird nun um ein zweites, millionenfach GPU-umfassendes System erweitert, mit Energieversorgung aus einem abgekauften Kraftwerk in Mississippi. In Wisconsin investiert Microsoft über 7 Milliarden Dollar in das leistungsstärkste AI-Datacenter der Welt, und Amazon hat in Indiana 1.200 Hektar Ackerland in Project Rainier umgewandelt – ein 11-Milliarden-Dollar-Projekt, das ausschließlich für die KI-Modelle des Startups Anthropic gebaut wird. Hinter all diesen Projekten steht ein gigantisches Finanz- und Technologie-Netzwerk. OpenAI verzeichnete in nur zwei Monaten 1,4 Billionen US-Dollar an vermeintlichen Verträgen: mit Nvidia (100 Milliarden, inklusive Eigenbeteiligung), AMD (potenziell 10% Beteiligung), Broadcom (10 GW an maßgeschneiderten Chips) und Amazon (erster Cloud-Vertrag, der Microsofts Monopol bricht). Kritiker warnen vor einer Blase, da die Zahlen oft Rahmenvereinbarungen und nicht verbindliche Verträge sind. Oracle, der vermeintliche Empfänger von 300 Milliarden Dollar an Leistungen, reagierte mit einem 23%-Sturz seines Aktienkurses – der stärkste seit 2001. OpenAIs Friar weist die Kritik zurück: „Es war wie beim Internet – man dachte, es sei überbaut, aber heute ist es allgegenwärtig.“ Die zentrale Herausforderung ist nicht das Geld, sondern der Energiebedarf. OpenAI prüft 800 Standorte, wägt Substationen, Leitungen und Energiequellen ab – von Wind und Sonne bis hin zu Gas und Kernkraft. Die Fähigkeit, große Mengen an Energie zu beziehen, ist der echte Engpass. SoftBanks Masayoshi Son investierte 4 Milliarden Dollar in DigitalBridge und verkaufte dafür seine gesamte Nvidia-Anteile – ein Zeichen des dringenden Energiebedarfs. Gleichzeitig drängt die Branche auf politische Unterstützung, etwa durch Erweiterung der CHIPS-Act-Subventionen, doch OpenAIs Forderung nach staatlichen Garantien stieß auf heftigen Widerstand, was die Firma innerhalb von Stunden zurückzog. Die Wette der Branche: Je mehr Rechenleistung, desto intelligentere Modelle. Und die KI-Modelle liefern bereits heute wertvolle Dienstleistungen – von der Codeerstellung bis zur Rechtsberatung. Die sogenannte Inference, also der tägliche Einsatz der Modelle, generiert dauerhafte Kosten, die die Wettbewerbsfähigkeit bestimmen. Anthropic-Chef Dario Amodei warnt vor einer zu schnellen Verdrängung von Arbeitsplätzen, während sein Bruder Daniela betont, dass die Leistungssteigerung jährlich überraschend weitergeht. Die Umsätze des Startups stiegen in den letzten drei Jahren zehnfach, und die Bewertung könnte 2025 auf über 300 Milliarden Dollar steigen. Von der Welle der Skalierung überzeugt ist auch Menlo-Venture-Partner Matt Murphy: „Das ist die Mutter aller Wellen.“ Ob es sich um eine historische Transformation oder eine Blasenexplosion handelt, wird die Zukunft zeigen. Doch im Moment bleibt der Staub in der Luft, die Transformatoren brummen, und die Fabriken der neuen Ära bauen sich weiter aus.

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