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Meta trackt Tastaturanschläge von Mitarbeitern für KI

Meta führt ein neues Überwachungstool unter dem Namen Model Capability Initiative (MCI) ein, um Mitarbeiteraktionen auf deren Arbeitscomputern zu erfassen. Ziel des Projekts ist es, Daten für das Training künstlicher Intelligenz zu sammeln. Das Tool zeichnet Tastatureingaben, Mausklicks und Bildschirmbewegungen von Mitarbeitern auf, während sie verschiedene Webseiten und Anwendungen nutzen. Zu den beobachteten Plattformen gehören Google, LinkedIn, Wikipedia, GitHub von Microsoft, Slack von Salesforce und Atlassian. Auch interne Meta-Produkte wie Threads sind Teil der Liste. Ursprünglich war die Liste noch umfassender und sollte auch externe KI-Anwendungen wie ChatGPT oder Claude einschließen, wurde jedoch angepasst. Der Hintergrund dieses Vorhabens ist der Versuch von Meta, im Bereich der generativen Künstlichen Intelligenz zu einer Führungsposition aufzuschließen, da das Unternehmen gegenüber Konkurrenten wie OpenAI, Anthropic und Google aktuell Rückstand aufweist. CEO Mark Zuckerberg hat in den vergangenen Monaten erhebliche Investitionen getätigt, unter anderem durch die Einstellung von Alexandr Wang von Scale AI. Kurz darauf stellte Meta mit Muse Spark sein erstes großes KI-Modell der neuen Muse-Reihe vor. Meta strebt danach, KI-Agenten zu entwickeln, die alltägliche Büro- und Codieraufgaben übernehmen können. Um dies zu ermöglichen, seien reale Beispiele dafür notwendig, wie Menschen Computer tatsächlich nutzen, so ein Sprecher des Unternehmens. Das interne Memo, das von einem Mitarbeiter des Meta Superintelligence Labs (MSL) verfasst wurde, soll Bedenken bezüglich der Überwachung und des Datenschutzes adressieren. Darin heißt es, dass das Tool nur den sichtbaren Bildschirminhalt erfasst und keine Dateien oder Anhänge direkt ausliest. Angebliche persönliche Daten, die versehentlich auf dem Bildschirm auftauchen könnten, etwa in Unternehmens-E-Mails, würden laut Memo durch Schutzmaßnahmen von den Modellen nicht gelernt. Mitarbeiter sollen zudem ihre persönlichen Daten schützen, indem sie private Arbeiten nicht auf Firmengeräten durchführen. Ein Sprecher bestätigte das Projekt, vermied jedoch konkrete Aussagen zur Liste der überwachten Seiten und verwies auf die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen. Die Reaktion der Belegschaft auf das Tool ist jedoch überwiegend negativ. Zahlreiche Mitarbeiter bezeichnen das Vorgehen in internen Nachrichten als dystopisch. Es bestehen ernsthafte Bedenken, dass sensible Daten kompromittiert werden könnten, darunter Passwörter, Informationen über neue Produktentwicklungen sowie persönliche Daten zu Gesundheit, Einwanderungsstatus oder Familienangehörigen. Kritiker argumentieren, dass die Notwendigkeit eines umfassenden und unvoreingenommenen Datensatzes zwar für das Verständnis von Computerbedienung nachvollziehbar sei, die Umsetzung jedoch inakzeptable Eingriffe in die Privatsphäre darstellt. Während Meta behauptet, dass die Daten ausschließlich für den Trainingzweck genutzt werden, bleibt die Akzeptanz unter den Mitarbeitern aufgrund der weitreichenden Überwachungsfunktionen fraglich. Das Projekt steht somit im Spannungsfeld zwischen technischem Fortschritt und dem Schutz der Arbeitnehmerrechte.

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