KI wird zur „politischen Korrektheit" der Abschlussfeier – US-Absolventen reagieren mit kollektivem Pfeifen
Mit dem Abschlussjahr 2026 nähert sich das Ende des akademischen Jahres in den USA, und an zahlreichen Universitäten ist ein seltenes Bild zu beobachten: Als der Redner „Künstliche Intelligenz" mit einer „nächsten industriellen Revolution" verknüpfte, stieg unter den Absolventen zunehmend lautes Pfeifen an. Letzte Woche wurde Gloria Caulfield von Tavistock, einem Immobilienunternehmen, während ihrer Rede an der University of Central Florida mit Pfiffen überhäuft, kaum hatte sie erwähnt, dass KI eine „tiefgreifende Veränderung" bringen werde. Caulfield kommentierte selbstironisch: „Ich habe einen wunden Punkt getroffen." Beim Versuch, ihre Rede fortzusetzen, wurde sie erneut unterbrochen – diesmal jedoch durch Beifall. Ähnliches geschah bereits zuvor bei einer Ansprache des ehemaligen Google-CEOs Eric Schmidt an der Universität Arizona. Trotz eines Skandals um die Forderung studentischer Organisationen, seine Funktion als Gastredner abzusetzen, blieb er nach seinem Auftritt weiterhin Ziel anhaltender Pfiffe. Besonders heftig fiel die Reaktion aus, als er sagte: „Ihr werdet helfen, die Zukunft der KI zu gestalten." Versucht Schmidt, das Rauschen zu übertönen, bemerkte er: „Wenn dir jemand einen Platz auf einer Rakete anbietet, frage nicht, wo du sitzt, sondern steig einfach ein." Im Gegensatz dazu löste die jüngst gehaltene Rede von Nvidia-Chef Jensen Huang an der Carnegie Mellon University, in der er erwähnte, AI habe „das Rechnen neu definiert", keinerlei hörbaren Widerspruch aus. Analysten betonen, dass Absolventen Technologie keineswegs pauschal ablehnen. Eine aktuelle Gallup-Umfrage zeigt, dass nur noch 43 % der US-Bürger zwischen 15 und 34 Jahren glauben, gegenwärtig seien gute Bedingungen für die Jobsuche vor Ort vorhanden – weit weniger als die 75 %, die dies im Jahr 2022 angaben. Brian Merchant, Kritiker der Tech-Branche, schrieb: „Wäre ich ein junger Mensch Anfang zwanzig ohne Job und mit Ambitionen für die Zukunft, würde auch ich diesem Ruf zur ‚nächsten industriellen Revolution‘ laut pfeifen." Er bezeichnete KI als „die kalte neue Maske des hyperkapitalistischen Systems". Ein Absolvent namens Alexander Rose Tyson äußerte: „Es war keine einzelne Person, die zum Pöbeln aufforderte, sondern vielmehr eine kollektive Stimmung des Unwillens: Das ist schrecklich."
