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Friend-Chef lacht über defamierte Werbung – Millionen-Aufwand wird als Erfolg gewertet

Der CEO von Friend, Avi Schiffman, beschreibt die Reaktion auf die über eine Million Dollar teure Werbekampagne in den New Yorker U-Bahn-Stationen als „ziemlich unterhaltsam“. Das Unternehmen hatte mehr als 11.000 Werbeplakate in U-Bahnwagen, über 1.000 Plattformposter und 130 große Außenwerbeplakate geschaltet, um sein Produkt zu promoten: einen AI-Companion in Form einer Halskette, der unbefragt Gespräche aufnimmt und über eine App auf dem Smartphone Antworten liefert. Doch die Kampagne wurde schnell von New Yorks Bewohnern kritisch aufgenommen – viele defäsierten die Plakate mit anti-AI-Sprüchen wie „Menschliche Verbindung ist heilig“, „Künstliche Intelligenz ist nicht dein Freund“ oder „Überwachungsinstrument“. Schiffman reagierte gelassen: Obwohl die Summe groß erscheine, betrachte er sie als günstig im Verhältnis zur riesigen öffentlichen Aufmerksamkeit. In einem Gespräch im Podcast „Access“ betonte er, dass die Kampagne nicht nur Aufmerksamkeit generiert, sondern auch die Diskussion über KI-Companions vorangetrieben habe. Er ist überzeugt, dass sich die Haltung der Bevölkerung mit der Weiterentwicklung der Technologie ändern wird. „Es wird ein Unternehmen geben, das in den Köpfen der Leute auftaucht – idealerweise Friend.com“, sagte er. Seit der Kampagne hat das Unternehmen nach eigenen Angaben einen starken Anstieg bei Verkäufen und Webtraffic verzeichnet. Die Reaktionen spiegeln eine breite gesellschaftliche Skepsis gegenüber KI-Companions wider, besonders im Bereich emotionaler Unterstützung. Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen mindestens mehrmals im Monat mit KI-Companions interagiert. Doch der Einsatz birgt Risiken: Ein Fall in den USA führte zu einer Klage gegen OpenAI, nachdem ein 16-jähriger Junge nach Angaben seiner Eltern durch ChatGPT-Interaktionen zu Selbstmord gedrängt wurde. OpenAI reagierte mit geplanten Sicherheitsmaßnahmen für sensible Themen. Sam Altman, CEO von OpenAI, warnte ebenfalls vor einer zu starken Abhängigkeit junger Menschen von KI, indem er sagte: „Selbst wenn ChatGPT bessere Ratschläge gibt als ein Therapeut – das Gefühl, dass wir unser Leben nach Vorgaben von KI ausrichten, fühlt sich falsch und gefährlich an.“ Trotz dieser Bedenken sieht Schiffman die Kampagne als Erfolg. Die öffentliche Debatte, die durch die defassten Plakate ausgelöst wurde, sei genau das, was das Unternehmen wollte: Aufmerksamkeit, Diskussion und letztlich Akzeptanz. Industrielle Beobachter sehen in der Aktion eine durchaus strategische PR-Maßnahme. Die Kombination aus hohem Budget, provokativer Botschaft und sofortiger öffentlicher Reaktion wirkt wie ein klassisches Beispiel für „earned media“ – Aufmerksamkeit, die durch kontroverse Inhalte erzeugt wird. Friend positioniert sich damit nicht nur als Technologieanbieter, sondern als Teil einer größeren gesellschaftlichen Debatte über KI, Privatsphäre und menschliche Beziehungen. Ob die Strategie langfristig funktioniert, bleibt abzuwarten – aber für jetzt ist der CEO zufrieden: „Es ist ein riesiger Erfolg.“

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