OpenAI schließt Umstrukturierung ab, Microsoft bleibt Hauptaktionär
OpenAI hat die Umstrukturierung seines Unternehmensmodells abgeschlossen und die Gründung einer neuen rechtlichen Struktur vollzogen. Die KI-Labore werden nun als forprofit-Unternehmen, OpenAI Group, innerhalb einer Non-Profit-Stiftung, der OpenAI Foundation, organisiert. Diese Struktur wurde nach langwierigen rechtlichen Auseinandersetzungen und erheblichem Widerstand von Co-Gründer Elon Musk realisiert. Die OpenAI Foundation behält eine Minderheitsbeteiligung von 26 Prozent an der forprofit-Unternehmen und hat das Recht auf zusätzliche Anteile bei weiterem Wachstum. Microsoft, ein früher Investor, erhält eine Beteiligung von rund 27 Prozent, was einem Wert von etwa 135 Milliarden US-Dollar entspricht. Die restlichen 47 Prozent sind an Investoren und Mitarbeiter verteilt. Die Umstrukturierung war notwendig, da die ursprüngliche non-profit-Struktur von OpenAI bei ambitionierten Finanzierungsplänen zunehmend untragbar wurde. Ein entscheidender Schritt war die zugesagte 30-Milliarden-Dollar-Investition von SoftBank, die erst nach der Umstrukturierung realisiert wurde. Die endgültige Finanzierung wurde am Samstag überwiesen, was den Abschluss des Prozesses signalisierte. Auch rechtliche Herausforderungen, darunter Ermittlungen von Staatsanwälten aus Kalifornien und Delaware sowie Musk’s Angebot, OpenAI für 97,4 Milliarden Dollar zu übernehmen, beeinflussten den Prozess. OpenAI-Chairman Brett Taylor betonte, dass diese Diskussionen zur Verbesserung der Struktur beigetragen hätten. Die neue Vereinbarung mit Microsoft verlängert die Lizenzrechte des Tech-Riesen bis 2032 oder bis zur Erreichung künstlicher allgemeiner Intelligenz (AGI), je nachdem, was zuerst eintritt. Sollte OpenAI AGI erreichen, muss dies durch ein unabhängiges Expertengremium bestätigt werden. Microsoft behält exklusive Rechte an Forschungs-IP – also an vertraulichen Methoden der Modellentwicklung – bis 2030 oder bis zur AGI-Bestätigung. Dagegen gehören Modelarchitekturen, Gewichte, Inferenz- und Feinabstimmungscode sowie Hardware-IP weiterhin Microsoft nicht. Zudem kann Microsoft künftig AGI unabhängig oder in Partnerschaften entwickeln. OpenAI erhält nun mehr Freiheit: Es kann mit Drittanbietern Produkte gemeinsam entwickeln, deren APIs weiterhin exklusiv auf Azure laufen, während nicht-API-Produkte auf beliebigen Cloud-Plattformen laufen dürfen. OpenAI kann zudem offene Modellgewichte freigeben, wenn sie bestimmte Leistungsanforderungen erfüllen, und API-Zugang für US-amerikanische Sicherheitsbehörden gewähren, unabhängig von der Cloud-Plattform. Außerdem hat OpenAI einen Vertrag über zusätzliche 250 Milliarden US-Dollar an Azure-Computing-Dienstleistungen abgeschlossen, wobei Microsoft keine Rechte mehr auf Erstangebot hat. Die Zusammenarbeit mit Microsoft bleibt stark: OpenAI bleibt der führende Modellpartner von Microsoft, und die Partnerschaft soll langfristig weiterwachsen. CEO Sam Altman kündigte eine Live-Übertragung mit Chief Scientist Jakub Pachocki an, um Fragen der Öffentlichkeit zu beantworten. Die neue Struktur soll sicherstellen, dass die Entwicklung der leistungsstärksten KI-Technologie im Sinne der globalen Gemeinschaft erfolgt.
