Mirendil sichert 200 Mio. Dollar für autonome KI-Forschung
Die Startup-Szene erhält mit Mirendil einen neuen Akteur, der sich der Automatisierung der künstlichen Intelligenz-Entwicklung verschrieben hat. Am 25. Juni 2026 präsentierte das in San Francisco ansässige Unternehmen seine Plattform und gab parallel den erfolgreichen Abschluss einer 200-Millionen-Dollar-Seed-Finanzierungsrunde bekannt. Die Finanzierung wurde von a16z und Kleiner Perkins angeführt, wobei Nvidia als Mitinvestor fungierte. Das Startup bewertet sich damit auf rund eine Milliarde US-Dollar. Das 20-köpfige Gründungsteam vereint Schlüsselpersönlichkeiten der KI-Branche: Harsh Mehta und Behnam Neyshabur stammen vom Forschungslabor Anthropic, Shayan Salehian ist früher Ingenieur von xAI und Tara Rezaei kommt von OpenAI. Der technologische Kern von Mirendil wurzelt in einer internen Plattform namens autoresearch, die Harsh Mehta während seiner Zeit bei Anthropic entwickelte. Das System automatisierte den gesamten Forschungszyklus von der Hypothesenbildung über Code-Generierung und Ressourcenplanung bis hin zur Ergebnisbewertung und nächsten Iteration. Nach seinem Ausscheiden im Dezember 2025 spezialisierte sich das Team auf die Kommerzialisierung dieser Technologie. Mirendil trainiert daraufhin spezialisierte Frontier-Modelle, die eigenständig Experimente planen, GPU-Kapazitäten verwalten, Trainingsläufe durchführen und Modelle evaluieren, um den Prozess in einer selbstbeschleunigenden Schleife zu perpetuieren. Das übergeordnete Ziel des Unternehmens lässt sich mit dem Begriff Vibe Research umschreiben. Die Gründer und ihre Investoren zielen darauf ab, die extrem hohen Eintrittsbarrieren für KI-basierte Forschung, insbesondere in den Bereichen Drug Discovery und Materialwissenschaft, drastisch zu senken. Bisher sind Labore gezwungen, umfangreiche Infrastruktur und Hunderttausende von GPUs vorzuhalten, um eigene Modelle zu trainieren. Mirendil positioniert sich als Labor-Plattform für die breite Masse von Ingenieur- und Forschungsteams. Domain-Experten sollen so in die Lage versetzt werden, ohne tiefe KI-Infrastrukturkenntnisse autonome Forschungszyklen durchzuführen. Die Investitionsentscheidung von a16z unterstreicht eine strategische Marktlücke im globalen KI-Ökosystem. Das Venture-Capital-Unternehmen betont, dass die echte Demokratisierung der KI-Fähigkeiten zwei Säulen benötigt: zugängliche Frontier-Modelle und benutzerfreundliche Forschungsplattformen. Während die erste Komponente aktuell maßgeblich von chinesischen Entwicklern dominiert werde, fokussiere sich Mirendil auf den kritischen Plattformlayer. Dieser Ansatz soll es Organisationen ermöglichen, iterative Modellverbesserungen eigenständig vorzunehmen, ohne den Schritt zur eigentlichen Grundlagentrainierung unternehmen zu müssen. Mit seiner Kombination aus hochkarätischem Gründungsteam, massiver Kapitalausstattung und einem klar definierten Ansatz zur Automatisierung der KI-Entwicklung setzt Mirendil einen deutlichen Akzent in der nächsten Generation der Forschungstools.
