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Hinton lobt AI-Schule als vorbildlichen Einsatz in der Bildung

Der als „Vater der KI“ bekannt gewordene Informatiker Geoffrey Hinton sieht in der von KI getriebenen Alpha School-Modelle eine seltene positive Anwendung seiner Lebensarbeit. In einem Interview mit „BBC Newsnight“ hob er die Bildungseinrichtung als eines der besten Beispiele für den sinnvollen Einsatz künstlicher Intelligenz hervor. Die Alpha School ist ein Netzwerk privater Schulen in den USA, das von der Kindergarten- bis zur 12. Klasse eine KI-basierte Lernform verfolgt. Dabei absolvieren Schüler ihre Kernfächer innerhalb von zwei Stunden durch interaktive, personalisierte Lernplattformen, die auf KI-Technologie basieren. Dadurch werden die Nachmittage frei für Lehrer-Schüler-Interaktion, Projektarbeit und praktische, lebensnahe Fähigkeiten wie Kreativität, Kommunikation und kritisches Denken. Hinton betonte, dass dieser Ansatz die Rolle von Lehrkräften entscheidend verbessere. „Ein normaler Lehrer ist in einer Art Rundfunkmodus im Klassenzimmer, wo er Antworten gibt, auf Fragen, die die Schüler nicht gerade gestellt haben“, sagte er. „Mit einem KI-Tutor hingegen erhält man immer Antworten auf Fragen, die man tatsächlich gerade hat – und das führt zu viel schnellerem Lernen.“ Er begrüßte, dass Lehrkräfte durch die Entlastung von Standardunterricht mehr Zeit für individuelle Betreuung, emotionale Entwicklung und kreative Zusammenarbeit gewinnen. Trotz seiner Begeisterung für diesen spezifischen Einsatz warnte Hinton vor den weitreichenden Risiken der KI-Entwicklung insgesamt. Er bezeichnete die Technologie als „sehr gefährlich“ und drückte Bedauern darüber aus, dass er sein Leben der Forschung gewidmet habe, ohne dass die gesellschaftlichen Auswirkungen ausreichend berücksichtigt würden. Die hohe Kostenstruktur der Alpha School – mit Jahresgebühren zwischen 10.000 und 75.000 US-Dollar je nach Standort – sei zwar aktuell notwendig, da KI-Infrastruktur teuer sei, doch Hinton rechnet mit sinkenden Preisen, sobald die Technologie etabliert und skalierbar wird. Die Schule garantiert zudem Lehrkräften ein Mindestgehalt von 100.000 US-Dollar, um hochqualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Expert:innen aus der Bildungstechnologie sehen in Alpha School ein vielversprechendes, wenn auch elitäres Modell. „Es zeigt, wie KI die Lehrkraft von einem Informationsverteiler zu einem Mentor transformieren kann“, sagt Dr. Lena Müller, Bildungsforscherin an der TU Berlin. „Aber die Frage bleibt: Kann diese Qualität auch für breitere Bevölkerungsschichten zugänglich werden?“ Die Schule bleibt bislang ein Luxusprodukt, das nur für wohlhabende Familien erschwinglich ist. Dennoch gilt das Modell als wegweisend für zukünftige Bildungssysteme, in denen KI nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung für menschliche Bildung fungiert.

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