Musk präsentiert xAI-Neuausrichtung, Mondstadt-Plan und neue Produkte
Elon Musk hat bei der ersten all-hands-Meeting von xAI seit der Fusion mit SpaceX ein neues Unternehmensmodell vorgestellt und dabei sowohl strategische Neuausrichtungen als auch ehrgeizige langfristige Visionen skizziert. Zentrale Elemente der Sitzung waren die Umstrukturierung des Teams, die ambitionierte Idee einer selbsttragenden Stadt auf dem Mond und die Ankündigung neuer Produkte. Nach der Fusion mit SpaceX hat sich das ursprüngliche Gründerteam von zwölf auf nur noch sechs Mitglieder reduziert, nachdem kürzlich Tony Wu und Jimmy Ba ihren Rückzug bekanntgaben. Musk rechtfertigte die Veränderungen mit der Notwendigkeit, das Unternehmen für eine größere Skalierung effizienter zu gestalten: „Wenn man eine gewisse Größe erreicht, muss man sich neu organisieren, damit man wirksam arbeiten kann.“ Er betonte, dass einige Teammitglieder besser für die frühe Startup-Phase geeignet seien als für die aktuelle Phase der Ausbau- und Skalierung. Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war Musk’s Vision einer „Massenbeschleunigeranlage“ (Mass Driver) auf dem Mond, die künftig Rechenleistung in Form von AI-Satelliten ins All schicken könnte. „Wir sehen uns auf dem Weg, jährlich bis zu einem Terawatt Rechenleistung von der Erde zu starten – aber was, wenn man mehr will? Dann muss man zum Mond“, sagte er. Die langfristige Zielsetzung: eine selbsttragende Mondstadt, von der aus die Kolonisation des Mars und die Erforschung des gesamten Sonnensystems möglich werden. „Vielleicht begegnen wir eines Tages Aliens“, fügte er hinzu. Diese Idee steht im Kontext ähnlicher Überlegungen von Google-Chef Sundar Pichai, der ebenfalls die Machbarkeit von Rechenzentren im Weltraum untersucht, um die begrenzten Ressourcen auf der Erde – wie Wasser und Strom – zu schonen. Zudem kündigte Musk neue Produktentwicklungen an: Ein eigenständiger Chat-App namens XChat soll in Kürze verfügbar sein, ohne dass Nutzer die gesamte X-Plattform nutzen müssen. Die App wird auch für Desktops angeboten und unterstützt Multi-User-Videoanrufe. Parallel dazu wird die Zahlungsplattform XMoney in einer begrenzten externen Beta-Phase getestet und soll später weltweit für alle X-Nutzer freigegeben werden. „XMoney soll der zentrale Ort für alle finanziellen Transaktionen werden – ein echter Game-Changer“, erklärte Musk. Die beiden neuen Produkte signalisieren, dass xAI nicht nur auf KI-Entwicklung, sondern auch auf eine integrierte digitale Ökonomie abzielt. Industriebeobachter sehen in der Umstrukturierung ein typisches Phänomen bei Tech-Startups, die von der Gründungsphase in die Skalierungsphase wechseln. Die Mondvision wird als ehrgeizig, aber realistisch eingestuft, insbesondere im Kontext von SpaceX’s Fortschritten in der Raumfahrt. xAI, gegründet 2023 als Gegenentwurf zu bestehenden KI-Unternehmen, positioniert sich nun als Teil eines größeren ökosystemischen Ansatzes, der KI, Raumfahrt und digitale Wirtschaft verbindet. Mit Musk als treibender Kraft bleibt das Unternehmen ein zentraler Akteur in der Zukunft der Technologie.
