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DeepMind-Chef arbeitet nachts: „Ich werde erst um 1 Uhr richtig wach“

Google DeepMind-Chef Demis Hassabis arbeitet nach eigenen Angaben nachts wie ein zweiter Tag – und fühlt sich dabei besonders lebendig. In einem Video-Interview mit Fortune gab er bekannt, dass er sich mit etwa sechs Stunden Schlaf pro Tag begnügt, obwohl er seine Wachphasen in zwei Arbeitstage aufteilt. Während des Tages verbringt er seine Zeit im Büro mit einem dichten Meeting-Programm, „fast ohne Zeit dazwischen“, wie er sagt. Nach dem Abendessen mit seiner Familie beginnt für ihn gegen 22 Uhr ein zweiter Arbeitstag, der bis etwa 4 Uhr morgens andauert. In dieser Zeit widmet er sich vor allem kreativen und forschungsorientierten Aufgaben, die ihm besonders wichtig sind. „Ich komme um etwa ein Uhr nachts richtig zum Leben“, sagte Hassabis, der diese Routine bereits seit etwa zehn Jahren befolgt. Er betonte, dass weniger Schlaf schädlich für das Gehirn sei und er sich nicht vorstellen könne, kreativ um vier Uhr morgens zu arbeiten – trotzdem sei für ihn die Nacht die produktivste Zeit. Hassabis, der 2010 DeepMind gemeinsam mit anderen gegründet hat, wurde 2014 durch Google übernommen. Im Jahr 2023 fusionierte DeepMind mit Google Brain zu Google DeepMind, dem Entwickler von KI-Tools wie Gemini und Nano Banana. Gemeinsam mit Kollegen wie John Jumper erhielt er 2024 den Nobelpreis für Chemie für bahnbrechende Arbeiten zur Vorhersage von Proteinfaltungen – ein Meilenstein in der Bioinformatik und KI-Anwendung. Seine außergewöhnliche Arbeitsweise steht in einer Reihe mit anderen Tech-Gründern, die ebenfalls extrem flexible oder ungewöhnliche Schlafmuster pflegen. So berichtete Elon Musk, er fühle sich mit sechs Stunden Schlaf am besten, und habe während kritischer Produktionsphasen bei Tesla sogar auf dem Fabrikboden geschlafen. Marc Benioff hingegen, CEO von Salesforce, verfolgt eine andere Strategie und schläft durchschnittlich acht Stunden – was die Vielfalt in der Führungsetage unterstreicht. Experten sehen in Hassabis’ Routine eine Mischung aus Hightech-Enthusiasmus und Überforderungsgefahr. Während einige als Beweis für Leidenschaft und Engagement gelten, warnen Neurologen vor langfristigen Schäden durch chronischen Schlafmangel, selbst wenn der Effekt zunächst nicht sichtbar ist. Hassabis’ Erfolg zeigt jedoch, dass extreme Arbeitszeiten in der KI- und Technologiebranche bislang oft mit herausragenden Ergebnissen einhergehen – auch wenn sie nicht für alle nachahmenswert sind. Die Kombination aus kognitiver Flexibilität, langjähriger Erfahrung und einer tiefen Leidenschaft für Forschung bleibt wohl der entscheidende Faktor – nicht die Uhrzeit, zu der man arbeitet.

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