Anthropic erweitert Mythos auf 150 Organisationen
Anthropic hat sein Sicherheitsprojekt Glasswing auf über 150 weitere Partner in mehr als 15 Ländern ausgeweitet. Ziel des Projekts ist es, das KI-Modell Mythos für den Test von Software-Schwachstellen einzusetzen. Die Erweiterung zielt darauf ab, Branchen einzubinden, die bei der Erstversion kaum vertreten waren, darunter Energieversorgung, Wasserversorgung, Gesundheitswesen, Telekommunikation und Hardware-Hersteller. Neue Partner müssen vor dem Zugriff auf das Modell strenge Sicherheitsanforderungen erfüllen. In einer Pressemitteilung betonte das Unternehmen, dass diese Ausweitung ein entscheidender Schritt zu den langfristigen Zielen sei. Anthropic möchte dazu beitragen, dass künstliche Intelligenz alle Software-Sicherheitsstandards erhöht und die Branche bei der Anpassung an die Veränderungen in der Cybersicherheit unterstützt. Der Expansionsplan wurde einen Tag nach der Ankündigung bekanntgegeben, dass der Zugang zu Mythos nun auch für die Europäische Union geöffnet wird. Zudem meldete Anthropic am Montag unter Verschluss seinen Börsengang-Prospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC an. Damit übertrifft das Startup seinen Konkurrenten OpenAI in dieser Meilenstein-Kategorie und ebnert den Weg für einen erheblichen AI-Aktienverkauf. Die anfängliche Testphase von Mythos startete bereits im April, damals wurden 50 Partner in das Programm aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Fachwelt Bedenken hinsichtlich der fortschrittlichen Fähigkeiten des Modells zur Identifizierung von Sicherheitslücken. Viele Experten warnten davor, dass diese Funktionen zwar bereits existierten, aber durch den Zugriff von Hackern genutzt werden könnten, um Schwachstellen in Software noch schneller zu entdecken. Vor diesem Hintergrund hielt das Weiße Haus mehrere Treffen mit führenden Technologieunternehmen und Finanzinstituten ab, um sichere Einsatzmöglichkeiten für fortschrittliche KI-Modelle in der Ära von Mythos zu erörtern. Seit dem Start von Project Glasswing haben die Partner des Programms laut Unternehmensangaben mehr als 10.000 schwerwiegende oder kritische Sicherheitsfehler aufgedeckt. Anthropic schätzt, dass ein großer Cyberangriff über 100 Millionen Menschen betreffen könnte. Zu den bereits bekannten großen Partnern im Projekt Glasswing zählen Technologie-Riesen wie Apple, Nvidia, Microsoft sowie Sicherheitsfirmen wie CrowdStrike und Palo Alto Networks. Anthropic hat keine Details über die neu hinzugekommenen Unternehmen in der Koalition bekanntgegeben, behält die Identität der neuen Partner daher vorerst für sich. Das Unternehmen verfolgt damit den Ansatz, eine breite Basis von Organisationen zu schaffen, die gemeinsam die digitale Sicherheit stärken, bevor eine breite kommerzielle Nutzung erfolgt.
