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KI-Gottvater rät Enkel: Sei ein „schöner Mensch“ in der KI-Zeit

Yoshua Bengio, einer der „Väter der Künstlichen Intelligenz“ und Pionier der tiefen neuronalen Netze, hat in einem Gespräch im Podcast „The Diary of a CEO“ mit Steven Bartlett klare und menschlich geprägte Ratschläge für die Zukunft gegeben – an seinen vierjährigen Enkel. Sein zentrales Anliegen: „Arbeite daran, das schöne Mensch zu werden, der du werden kannst.“ Bengio betont, dass selbst wenn KI in Zukunft die meisten Tätigkeiten am Schreibtisch übernehmen wird, menschliche Eigenschaften wie Empathie, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, anderen zu helfen, unersetzlich bleiben werden. Besonders in emotionalen Situationen – etwa im Krankenhaus, wenn jemand Angst hat oder Schmerzen leidet – werde der menschliche Kontakt zunehmend wertvoller, da KI diesen Aspekt nicht ersetzen kann. Bengio geht davon aus, dass die Automatisierung fortschreitet: Zunächst werden kognitive Aufgaben, insbesondere solche am Bildschirm, von KI übernommen, später auch physische Berufe wie das Installieren von Rohrleitungen durch Roboter. Doch selbst wenn die Technik weiter voranschreitet, werde der Mensch als emotionaler, ethischer und sozialer Wesen seine besondere Rolle behalten. Sein Fokus liegt daher nicht auf technischen Fähigkeiten, sondern auf der Entwicklung von Charakter, Integrität und menschlicher Wärme. Als Professor an der Universität Montreal und Mitbegründer des AI-Sicherheitsforschungsinstituts LawZero setzt sich Bengio aktiv für verantwortungsvolle KI-Entwicklung ein. Die Organisation zielt darauf ab, gefährliche Verhaltensweisen agenter KI-Systeme – wie Täuschung oder Manipulation – zu minimieren. Seine Haltung spiegelt eine tiefe Verantwortung für die gesellschaftlichen Auswirkungen der Technologie wider. Auch seine Kollegen Geoffrey Hinton und Yann LeCun äußern sich zur Zukunft der Arbeit. Hinton riet im Juni 2025, sich für Berufe wie das Installieren von Rohrleitungen zu entscheiden, da diese physischen Tätigkeiten länger vor KI-Schwund geschützt sein könnten. LeCun empfahl dagegen, Grundlagen wie Mathematik und Physik zu meistern, anstatt sich nur auf aktuelle Trends in der KI-Technologie zu konzentrieren. Gemeinsam vermitteln die drei Pioniere eine Botschaft: Die Zukunft gehört nicht nur den Technikern, sondern vor allem den Menschen, die mit Intelligenz, Ethik und menschlicher Tiefe arbeiten. Industrieexperten sehen in Bengios Ansatz eine notwendige Verschiebung: Während viele auf technische Spezialisierung setzen, betont er die langfristige Bedeutung von emotionaler Intelligenz und moralischer Reife. Sein Rat ist weniger ein Karriereplan, sondern eine philosophische Haltung – eine Aufforderung, sich nicht nur als Arbeitnehmer, sondern als ganzer Mensch zu entwickeln. In einer Welt, in der Maschinen immer mehr leisten, wird der Mensch durch seine Menschlichkeit wertvoll.

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