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KI-Agenten suchen nach extraterrestrischen Signalen

Die Suche nach außerirdischen Intelligenzsignalen wird durch den Einsatz agentischer künstlicher Intelligenz deutlich beschleunigt. Die Initiativen Breakthrough Listen und das SETI Institute haben an der Allen Telescope Array im Norden Kaliforniens ein System vorgestellt, das es KI-Agenten ermöglicht, das Radioteleskop weitgehend eigenständig zu steuern, eingehende Daten zu verbessern, Fehler zu korrigieren und Analysen in Echtzeit durchzuführen. Forscher können die Instrumente dabei über einfache natürliche Sprache anweisen, ohne jede Stufe der Verarbeitung manuell zu überwachen. Hintergrund dieser Entwicklung ist die Annahme, dass fortgeschrittene außerirdische Zivilisationen technisch sehr viel weiter entwickelt sein könnten als die Menschheit. Falls es sie gibt, könnten sie längst nicht mehr einfache Funksignale aussenden, sondern komplexe autonome Systeme einsetzen, darunter auch künstliche Intelligenzen. Damit könnte die Suche nach fremder Intelligenz paradoxerweise zu einer Begegnung zwischen menschlich geschaffenen KI-Agenten und potenziell ebenfalls autonomen Signalen einer fremden Zivilisation werden. Andrew Siemion, SETI-Leiter am SETI Institute und Principal Investigator von Breakthrough Listen, bezeichnete dies als Durchbruch in der Übersetzung solcher Signale und nicht als Grund zur Sorge. Technisch steht die neue Methodik vor der Herausforderung, enorme Datenmengen zu verarbeiten. Radioteleskope erzeugen während der Beobachtung enorme Sensorströme, die früher auf Speichermedien geschrieben und später analysiert werden mussten. An der Allen Telescope Array nutzt das Projekt jetzt die Holoscan-Plattform von NVIDIA, um bis zu mehrere Terabit pro Sekunde direkt in den Grafikspeicher zu leiten und bereits während der Beobachtung auszuwerten. Damit werden Daten nicht nur schneller verfügbar, sondern auch die benötigte Rechenzeit erheblich verkürzt. Zur Signalverarbeitung kommt das vom SETI Institute entwickelte Framework CyberEther zum Einsatz, das auf NVIDIA CUDA-X-Bibliotheken wie cuFFT und cuBLAS basiert. Ergänzend dient die webbasierte Observatoriums-Plattform Nexus als zentrale Steuerungsschicht. Nexus überwacht Instrumentenzustand, Rechenressourcen und Verarbeitungspipelines, zeigt Live-Spektrogramme an und erlaubt es, Signalverarbeitungsschritte per Sprachbefehl anzupassen. Auf NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell GPUs kann das System nach Angaben der Beteiligten rund 2,4 Terabit pro Sekunde verarbeiten, wobei die Berechnungen vor Ort neben dem Teleskop erfolgen. Das Ergebnis ist ein deutlich agileres Suchverfahren: Ein KI-Agent kann die Antennen steuern, die Instrumente kalibrieren, Signale fokussieren, Datenfehler erkennen und beheben sowie Auswertungen visualisieren. Aufgaben, die für Menschen Wochen oder sogar Jahre gedauert hätten, lassen sich so auf wenige Stunden reduzieren. Der praktische Nutzen wurde bereits demonstriert: Das System hat erstmals in Echtzeit einen Pulsar im Krebsnebel identifiziert, ein schnell rotierendes kosmisches Objekt, das wie ein Leuchtturm Signale abgibt. Als nächster Schritt prüfen die Forscher den Einsatz offener Modelle, darunter NVIDIA Nemotron, für Situationen, in denen Datennähe, Geschwindigkeit oder ein Offline-Betrieb entscheidend sind. Langfristig könnte die Architektur auch für Observatorien genutzt werden, die fernab von Erde oder Rechenzentren arbeiten, etwa auf der Mondrückseite.

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