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Massenentlassungen beenden "kein Einstellen, kein Entlassen" im Arbeitsmarkt

Seit Anfang 2025 galt der Arbeitsmarkt in den USA als „kein Einstellen, kein Entlassen“ – eine Phase, in der Stellenangebote knapp waren, aber Beschäftigte auf relative Sicherheit zählen konnten. Doch diese Balance scheint sich zu lösen, nachdem große Unternehmen wie Amazon, UPS und Target binnen weniger Tage massive Entlassungen ankündigten. Amazon kündigte 14.000 Stellenstreichungen an, begründet mit dem zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung. UPS teilte mit, dass es seit einem Jahr 48.000 Mitarbeiter entlassen habe, teilweise aufgrund sinkender Lieferaufträge von Amazon, das seine eigene Logistikinfrastruktur ausbaut. Target plant zudem, mehr als 800 Mitarbeiter in Minnesota zu entlassen, und hat bereits 1.800 Corporate-Positionen gestrichen – eine Reduzierung von rund acht Prozent des globalen Teams. Diese Entlassungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die US-Notenbank (Fed) die Arbeitsmarktlage genau beobachtet. Fed-Chef Jerome Powell hatte kürzlich den ersten Zinssenkungszyklus seit 2025 eingeleitet, da die Zahl der neuen Arbeitsplätze deutlich zurückging. Während zwischen Januar und April durchschnittlich fast 123.000 neue Jobs pro Monat geschaffen wurden, sank die Zahl zwischen Mai und August auf etwa 27.000. Der ADP-Report für September zeigte sogar einen Rückgang von 32.000 privaten Arbeitsplätzen. Zusätzlich zeigen staatliche Daten, dass die Zahl der Arbeitslosen-Anmeldungen bei Bundesangestellten Ende Oktober auf über 10.000 stieg – ein Zeichen für die Folgen der politischen Blockade im Kongress. Laut John Challenger, CEO des Beratungsunternehmens Challenger, Gray & Christmas, markiert diese Entwicklung einen Wendepunkt: „Das Zeitalter des ‚kein Einstellen, kein Entlassen‘ ist vorbei.“ Auch Daten des Unternehmens zeigen, dass bis September fast 950.000 Arbeitsplätze in den USA gestrichen wurden – die höchste Zahl seit 2020. Trotz eines niedrigen Arbeitslosenrates von 4,3 Prozent im August fürchten Experten, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen – Personen, die länger als sechs Monate suchen – weiter steigen könnte, da die Zahl der verfügbaren Stellen sinkt. Die Gründe für die Entlassungen sind vielfältig: Bei Amazon wird die Automatisierung durch KI und Roboter als Haupttreiber genannt. Eine Studie von Indeed ergab, dass bereits ein Viertel der Technologiebeschäftigten in den letzten zwei Jahren aufgrund von KI-Implementierungen entlassen wurden. UPS sieht zudem die Folgen der Zölle unter der Trump-Administration sowie den Rückgang von Lieferaufträgen durch Amazon. Auch Carter’s kündigte 300 Stellen und den Schließung von 150 Geschäften an, weil höhere Importkosten durch Zölle die Gewinnspannen belasten. Die Bevölkerung reagiert zunehmend pessimistisch: Eine CBS-Umfrage zeigt, dass 52 Prozent der Amerikaner den Arbeitsmarkt als „schlecht“ bewerten – ein Plus von sieben Prozent gegenüber April. Experten warnen, dass sich die Arbeitsplatzsicherheit zunehmend verflüchtigt und Unternehmen zunehmend bereit sind, ihre Teams zu reduzieren, selbst wenn die Konjunktur noch nicht offiziell in Rezession ist. Die Entwicklung deutet auf eine neue Ära hin: Während früher Sicherheit durch Stagnation herrschte, könnte nun eine Phase von Unsicherheit und schnellen Umstrukturierungen kommen – geprägt von Technologie, geopolitischer Spannung und wirtschaftlicher Ungewissheit.

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