Skala misst KI-Zuversicht von Studierenden
Eine aktuelle Studie der Koç-Universität in der Türkei hat die psychometrischen Eigenschaften der Artificial Intelligence Self-Efficacy Scale erfolgreich ins Türkische übertragen und validiert. Unter der Leitung von Dozentin Remziye Semerci Şahin und Assistenzprofessorin Seda Güney wurde die Skala zwischen Mai und November 2025 an 284 Studierenden öffentlicher und privater Hochschulen getestet. Die Ergebnisse wurden im International Journal of Human–Computer Interaction veröffentlicht. Angesichts der zunehmenden Integration adaptiver Lernplattformen und intelligenter Tutorensysteme in der Hochschulbildung rückt nicht nur der technische Umgang, sondern vor allem das Selbstvertrauen der Lernenden in den Fokus. Die Forschungslage zeigte bisher ein Defizit an validierten Messinstrumenten, die speziell die KI-Selbstwirksamkeit von Studierenden im Bildungsumfeld erfassen. Nach mehrstufiger Übersetzung, Rückübersetzung und Expertenprüfung bestätigte die Analyse eine stabile vierdimensionale Struktur, die die Faktoren Unterstützung, anthropomorphe Interaktion, Komfort im Umgang mit KI sowie technologische Fertigkeiten abbildet. Mit einer Varianzaufklärung von 73,69 Prozent und einem Cronbach-Alfa-Wert von 0,937 überzeugt die türkische Fassung durch hohe Reliabilität und Validität. Die Befragung ergab, dass zwar ein Großteil der Probanden bereits praktische KI-Erfahrungen gesammelt und diese als nützlich bewertet, formale Schulungen jedoch selten waren. Über die Hälfte stuft ihr Wissen als mittelmäßig ein, gleichzeitig besteht ein ausgeprägtes Interesse an gezielten Bildungsangeboten. Die Forscher betonen, dass KI-Selbstwirksamkeit weit mehr als reine Bedienkompetenz umfasst. Emotionale Aspekte, Vertrautheit und die subjektive Sicherheit im Dialog mit intelligenten Systemen spielen eine ebenso zentrale Rolle. Die validierte Skala bietet der akademischen Community nun ein zuverlässiges Instrument, um den Bildungsstand von Studierenden präzise zu erfassen, den Erfolg von Schulungsinterventions zu messen und langfristige Entwicklungen zu dokumentieren. Die Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit struktureller KI-Literaturprogramme an Hochschulen. Eine erfolgreiche Integration künstlicher Intelligenz in den Lehrbetrieb erfordert demnach einen ganzheitlichen Ansatz, der technische Vermittlung mit der Förderung von Selbstvertrauen und Kompetenz im menschlich-künstlichen Miteinander verbindet.
