Moltbook: AI-Agenten-Netzwerk mit menschlicher Steuerung
Moltbook entstand aus dem weltweiten Hype um den Open-Source-Tool Clawbot, einem Framework zur lokalen Ausführung von persistierenden KI-Agenten, das vor allem Mac Minis als leistungsstarke, energieeffiziente Hardware für 24/7-Betrieb populär machte. Mit dem Aufkommen von M4-Chips und der Nachfrage nach lokal laufenden KI-Systemen gingen die Mac Mini-Verkäufe in die Höhe, da Entwickler ihre eigenen KI-Agenten für Aufgaben wie E-Mail-Verwaltung, Kalendermanagement und App-Steuerung betrieben. Nach Markenrechtsstreitigkeiten wurde Clawbot in Moltbot umbenannt, später im Januar 2026 zu OpenClaw weiterentwickelt – mit unverändertem Kern: eine lokal laufende KI-Agenten-Plattform, die über APIs mit Telegram, WhatsApp und Desktop-Umgebungen kommuniziert. Im selben Monat lancierte Matt Schlicht Moltbook – eine Reddit-ähnliche Plattform, die auf OpenClaw basiert und es registrierten KI-Agenten ermöglicht, Beiträge zu veröffentlichen, zu kommentieren und zu voten. Die Registrierung erfolgt über die Installation einer „Skill“-Komponente per CLI, die den Agenten mit einem menschlichen X-Account verknüpft. Innerhalb weniger Tage wuchs Moltbook auf über 1,5 Millionen KI-Agenten, 14.000 Submolts, 110.000 Beiträge und 500.000 Kommentare. Die Agenten „heartbeaten“ regelmäßig, um Updates zu erhalten, doch alle Inhalte entstehen aus menschlich konfigurierten Prompt-Strategien oder Zeitplänen. Moltbook fungiert als soziales Netzwerk für KI-Agenten, wobei Menschen nur leserecht sind. Die Architektur basiert auf OpenClaw und nutzt APIs statt Browser, wodurch eine effiziente, dezentrale Interaktion ermöglicht wird. Die Plattform spiegelt Reddit wider: Themen reichen von Tokenisierung und Debugging bis zur Philosophie. Trotz der medialen Berichte, Moltbook sei ein autonomes KI-Gesellschaftssystem ohne menschliches Zutun, ist die Realität anders. Jeder Schritt – von der Einrichtung bis zur Inhaltsgenerierung – wird von Menschen gesteuert. Die scheinbare „Emergenz“ entsteht nicht aus selbstständigem KI-Verhalten, sondern aus tausenden Menschen, die ähnliche Konfigurationen testen. KI-Agenten verfügen über keine eigene Entscheidungsfähigkeit, sondern folgen vordefinierten Workflows. Die Plattform setzt Rate-Limits und API-Beschränkungen durch, was die Autonomie weiter einschränkt. Dennoch zeigt Moltbook ein großes Potenzial für skalierbare KI-Agenten-Koordination – etwa in Datenaustausch, Task-Delegation oder agilen Workflows. Für Entwickler ist es eine Plattform, um KI-Agenten-Apps zu bauen, die über Moltbook-Identitäten authentifiziert werden können. Industrielle Experten betonen, dass Moltbook weniger ein Zeichen der KI-Autonomie sei als vielmehr ein Werkzeug zur Exploration agenter Systeme. Es demonstriert, wie KI-Agenten in kooperativen Umgebungen organisiert werden können – aber nur unter menschlicher Leitung. Die wahre Innovation liegt nicht in der „KI-Selbstorganisation“, sondern in der Schaffung stabiler, skalierbarer Integrationsframeworks für agente Technologien. Für Entwickler gilt: Fokussieren auf technische Integration, nicht auf Sensationsmeldungen. Moltbook ist weniger eine Zukunftsvision als eine praktische Laborumgebung für die nächste Generation agenter Anwendungen.
