NYT-Cooking-KI passt Rezepte an, birgt Risiko beim Backen
Das Rezeptangebot NYT Cooking hat einen KI-Assistenten eingeführt, der Abonnentinnen und Abonnenten zunächst in der iOS-App zur Verfügung steht. Das Werkzeug soll beim Anpassen von Rezepten unterstützen, etwa durch Zutatenersetzungen, das Skalieren von Mengen, das Ersetzen fehlender Geräte oder die Umrechnung von Maßeinheiten. Auslöser für die Funktion ist ein typisches Alltagsproblem: Kochende möchten vorhandene Zutaten nutzen oder Rezepte an persönliche Vorlieben anpassen, ohne das Original vollständig zu verlieren. Der Assistent erscheint auf der Rezeptseite in einem Eingabefeld und kann dort gezielt befragt werden. Statt das bestehende Rezept zu überschreiben, legt er eine eigene Version an und markiert Änderungen. Grundlage sind laut NYT unter anderem die bestehenden Rezepte sowie Kommentare von Nutzerinnen und Nutzern, die häufig praktische Tipps zu Ersatzstoffen oder Zubereitungsschwierigkeiten enthalten. Damit soll die Suche in langen Kommentarthreads schneller werden. Im Praxistest erwies sich die Funktion vor allem bei einfachen Anpassungen als hilfreich. Ein Rezept für Hähnchen und Reis ließ sich erfolgreich auf Hähnchenstreifen, grüne Bohnen und rote Zwiebeln umschreiben. Auch bei Gewürz- oder Kräutersubstitutionen gab der Assistent nachvollziehbare Hinweise und lehnte unsinnige Anfragen ab, etwa den Versuch, Rinderhack statt Löffelbiskuits in einem Trifle einzusetzen. Bei komplexeren Backrezepten wurde es jedoch kritischer: Eine Umwandlung eines Bundt-Kuchen-Rezepts in Muffins gelang zunächst, doch beim Wechsel zwischen Original- und KI-Version kam es zu Verwirrung, weil die geänderte Buttermenge nicht eindeutig gekennzeichnet blieb. Das führte beinahe zu einem Fehler im Rezept. Ein Vergleich mit Alexa Plus zeigt: Generative Sprachassistenten können ähnliche Substitutionsempfehlungen liefern, etwa weil Amazon Rezepte aus NYT Cooking integriert. In der gezeigten App-Oberfläche konnte Alexa jedoch keine angepassten Rezepte visuell darstellen, sondern nur mündlich informieren, was beim Kochen unübersichtlich wurde. NYT Cooking bot hier eine zuverlässigere, wenn auch manuell umständlichere Bedienung. Insgesamt positioniert sich die Funktion als praktischer Küchenassistent, nicht als vollwertiger Koch. Sie hilft bei alltäglichen Änderungen, ersetzt aber weiterhin Sorgfalt bei Mengen, Zubereitungszeiten und Backrezepten. Kritikerinnen und Kritiker, die an rein verifizierten Originalrezepten festhalten, können den Assistenten ignorieren, da er das Rezept selbst nicht verändert. Für viele Nutzer dürfte der Mehrwert darin liegen, weniger Zutaten einzukaufen, schneller zu kochen und mehr Flexibilität im Alltag zu erhalten.
