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Google erweitert Gemini in Chrome mit künstlicher Intelligenz

Google intensiviert seine Bemühungen im Wettbewerb um die Zukunft des intelligenten Browsers und stellt nun eine umfassende Integration von Gemini in Chrome vor. Ab sofort ist der KI-Chatbot Gemini für alle Nutzer von Mac- und Windows-Computern in den USA kostenlos verfügbar, ohne dass ein Google One-Mitgliedschaft erforderlich ist. Die Funktion ist bereits auf Android verfügbar und kommt bald auch für iPhone-Nutzer über die Chrome-App. Die Integration erfolgt über das Symbol im oberen rechten Eck des Browsers, wo Nutzer auf die KI zugreifen können, um komplexe Inhalte auf Webseiten zu klären, beispielsweise ein Rezept glutenfrei umzuwandeln. Ein zentrales neues Feature ist die Fähigkeit von Gemini, über mehrere Tabs hinweg zu arbeiten. Nutzer können nun Informationen aus verschiedenen geöffneten Seiten vergleichen, zusammenfassen oder vergangene Browsing-Sessions abrufen, ohne die Tabs offen halten zu müssen. So kann man beispielsweise am nächsten Tag fragen: „Zeig mir die Team-Building-Aktivitäten, die ich letzte Woche angesehen habe.“ Außerdem wird Gemini in Zukunft mit anderen Google-Produkten wie Calendar, Maps, YouTube und Google Workspace integriert. Dadurch kann die KI beispielsweise Termine buchen, Standorte finden oder spezifische Abschnitte in YouTube-Videos ansteuern. Im Laufe der nächsten Monate wird Google eine agente-basierte Funktion einführen, die Gemini erlaubt, komplexe Aufgaben autonom zu erledigen. Dazu gehören das Bestellen von Lebensmitteln aus einer E-Mail-Liste, das Umplanen von Lieferungen, die Buchung von Friseurterminen oder Restaurantreservierungen. Die KI navigiert dabei selbstständig durch Websites, fügt Artikel in den Warenkorb und hält vor „hochriskanten“ oder „irreversiblen“ Aktionen wie Käufen oder E-Mail-Versand an, damit der Nutzer die letzte Entscheidung trifft. Auch im Suchfeld (Omnibox) wird AI Mode erweitert: Nutzer können nun komplexe Fragen stellen, wie „Ich bin Seitenschläfer mit Rückenschmerzen – erstelle eine Tabelle mit verschiedenen Matratzentypen“, und mit Follow-up-Fragen weiter fortfahren. Die Funktion ist zunächst nur in englischer Sprache für Nutzer in den USA verfügbar und wird später weltweit ausgerollt. Google nutzt zudem die KI zur Sicherheit: Mit dem Gemini Nano-Modell erkennt Chrome künftig gefälschte Sicherheitswarnungen und betrügerische Angebote, die durch KI generiert wurden. Bei einem bekannten Passwort-Verstoß kann Chrome automatisch ein neues Passwort erstellen und speichern – beispielsweise bei Plattformen wie Spotify oder Duolingo. Diese Maßnahmen sind Teil einer strategischen Offensive, um Nutzer tiefer in das Google-Ökosystem zu integrieren. Während OpenAI mit ChatGPT Agent und anderen Anbietern wie Perplexity und Anthropic im Wettbewerb stehen, setzt Google auf die natürliche Integration von KI direkt im Browser. Die neue Version von Chrome zeigt, wie Google seine Marktmacht nutzen will, um Nutzer an seine Dienste zu binden – und dies trotz der jüngsten Antitrust-Prüfungen, bei denen Google von einer Zwangsverkauf des Browsers verschont wurde. Laut Rick Osterloh, Senior Vice President bei Google, geht es darum, KI „wirklich hilfreich“ zu machen – und Chrome als zentrales Feld für diese Vision zu nutzen.

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