Ginkgo und Apheris gründen Gemeinschaft für Antikörper-Entwicklung
Boston – Ginkgo Bioworks (NYSE: DNA) hat eine Reihe neuer Initiativen aus seinem Datapoints-Angebot vorgestellt, um künstliche Intelligenz (KI) in der biologischen Arzneimittelentwicklung voranzutreiben. Zentrale Elemente sind eine strategische Partnerschaft mit Apheris zur Gründung des Antibody Developability Consortiums sowie die erste AbDev AI Competition. Ziel ist es, Ginkgo Datapoints als führenden Anbieter von Dateninfrastruktur und kooperativen Rahmenbedingungen für KI in der Antikörperforschung zu etablieren. Die Entwicklung biologischer Arzneimittel ist durch steigende Kosten und längere Entwicklungszeiten geprägt. KI könnte hier Abhilfe schaffen, wird aber durch unvollständige oder isolierte Datensätze eingeschränkt. Während historische Datensätze weiterhin wertvoll sind, fehlt es der Branche an hochwertigen, spezifisch für KI-Anwendungen geeigneten Daten. Ginkgo nutzt seine fortschrittliche Laborautomatisierung, um solche Daten in Bruchteilen der bisherigen Zeit zu generieren und so bestehende Datensätze zu ergänzen. Das Antibody Developability Consortium, gemeinsam mit Apheris, adressiert eine zentrale Herausforderung: die frühzeitige Vorhersage und Optimierung von Antikörpereigenschaften, um klinischen und kommerziellen Erfolg zu sichern. Robin Röhm, CEO und Mitbegründer von Apheris, betont, dass die Zusammenarbeit ohne Verlust von IP-Schutz möglich sei. Durch die Kombination zentraler Datengenerierung durch Ginkgo mit federierter Modelltrainings-Technologie von Apheris wird ein neuer Kooperationsansatz geschaffen. Daten bleiben sicher und lokal, während Modelle gemeinsam trainiert werden. Die Mitgliedschaft im Konsortium ist aktuell offen, erste Daten und Modelle für verschiedene Antikörperformate sind für 2026 geplant. Parallel dazu startet Ginkgo die erste AbDev AI Competition. Sie soll den aktuellen Stand der Antikörper-Entwicklungsmodellierung messen und etablierte Bewertungsstandards schaffen. Die Wettbewerbsumgebung auf der Plattform Hugging Face läuft bis Anfang November, mit Preisen bis zu 60.000 US-Dollar. Peter Tessier, Professor an der Universität Michigan und Berater von Ginkgo Datapoints, hebt hervor, dass fehlende große, hochwertige Datensätze ein zentrales Hindernis darstellen – Initiativen wie diese seien entscheidend, um die KI-Entwicklung voranzutreiben. Diese Maßnahmen bauen auf früheren Kooperationen mit Tangible Scientific und Inductive Bio zur Verbesserung der kleinen Moleküle-Entwicklung durch KI-gesteuerte, lab-in-the-loop-Workflows auf. John Androsavich, General Manager von Ginkgo Datapoints, betont: „Wir schaffen kooperative Strukturen und helfen, Standards zu setzen, die die Zukunft der KI in der Arzneimittelentwicklung prägen werden.“ Antikörper sind eine der erfolgreichsten Therapieformen und ein multibillionenwertiger Markt. Das Consortium unterstreicht Ginkgos Engagement, seine biologischen Kapazitäten zu skalieren und die Dateninfrastruktur für die Forschung an wichtigen Arzneimittelklassen zu stärken. Ginkgo Bioworks entwickelt Werkzeuge, um Biologie für alle zugänglicher zu machen – von der Proteingenetik über Laborautomation bis hin zu KI-getriebenen Datenpaketen. Ginkgo Datapoints nutzt die interne Automatisierung, um große Labor-Datensätze zu erzeugen, die KI-Modelle antreiben. Die Firma setzt auch in der Bio-Sicherheit an, um globale biologische Bedrohungen vorherzusagen, zu erkennen und zu bekämpfen. Weitere Informationen unter ginkgobioworks.com und ginkgobiosecurity.com.
