Joe Depa von EY: So bleibt man im Zeitalter der KI relevant
Joe Depa, global Chief Innovation Officer bei EY, betont in einem Gespräch mit Business Insider, dass die Fähigkeit, sich anzupassen, in einer zunehmend von Künstlicher Intelligenz geprägten Arbeitswelt zum entscheidenden Faktor für Berufssicherheit werden wird – bereits 2026. Als Leiter der Innovation, KI- und Datenstrategien im Big-Four-Unternehmen sieht er die kontinuierliche Weiterbildung nicht als Option, sondern als zwingende Voraussetzung für Berufserfolg. Seine drei Prinzipien, um relevant zu bleiben: Erstens, sich selbst weiterzubilden. Depa selbst absolvierte nach seiner Karriere ein Master-Studium in Analytics an der Georgia Tech, um tieferes Verständnis für Softwareentwicklung, Programmierung und Data Science zu erlangen – ein Wissen, das er für die Führung von Datenwissenschaftlern benötigte. Doch selbst nach Abschluss 2020 hat sich die Technologie rasant weiterentwickelt. Deshalb setzt er auf tägliche Lerngewohnheiten: Podcasts, Fachartikel und aktuelle Entwicklungen im KI-Bereich sind fester Bestandteil seines Tagesablaufs. Ähnlich verfährt auch Oliver Jenkyn von Visa, der wöchentlich vier Stunden für das Lernen neuer Themen wie stabile Coins oder Halbleitergeschichte reserviert. Zweitens betont Depa die Bedeutung von Mentoren und kollegialer Beratung. Er führt ein globales KI-Beratungsgremium mit 20 führenden Experten, das strategische Entscheidungen unterstützt und neue Entwicklungen evaluiert. Doch er betont, dass formelle Gremien nicht zwingend erforderlich sind: Regelmäßige Gespräche mit Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen, die verschiedene Perspektiven bieten, seien genauso wertvoll. Solche Netzwerke helfen, eigene Denkmuster zu hinterfragen und innovative Lösungen zu finden. Drittens ist das praktische Anwenden des Gelernten entscheidend. Depa rät dazu, Wissen durch Experimente zu vertiefen – sei es durch „vibe coding“, die Entwicklung von Anwendungen oder die Nutzung von KI-Tools zur Automatisierung von Alltagsaufgaben. Fehler seien Teil des Lernprozesses und trügen zur Entwicklung einer lernfreudigen Haltung bei. Je öfter man versucht, neue Technologien zu nutzen, desto natürlicher werde das Lernen. Auch John Stecher, CTO von Blackstone, unterstreicht die Bedeutung der praktischen Erfahrung: Er widmet sich wöchentlich zwei Stunden der Experimentierung – etwa mit Claude, um Hausautomatisierungen zu erstellen oder Dokumente zu analysieren. Für ihn ist das „taktile und greifbare“ Ausprobieren entscheidend, um Technologie wirklich zu verstehen. Industrieexperten sehen Depas Ansatz als wegweisend: Die Kombination aus kontinuierlichem Lernen, Netzwerken und praktischer Anwendung bildet den Kern einer zukunftssicheren Karriere. EY positioniert sich damit als Vorreiter im Bereich der digitalen Transformation, während Unternehmen weltweit zunehmend auf „adaptive Talent“ setzen. Die Fähigkeit, sich nicht nur zu informieren, sondern auch zu handeln, wird zum neuen Maßstab für Berufserfolg.
