Altman und Musk schlagen sich in öffentlicher Debatte über ChatGPT und Autopilot
Sam Altman und Elon Musk haben ihren öffentlichen Streit weiter verschärft, indem sie sich in einer Serie von scharfen Beiträgen auf X (früher Twitter) gegenseitig attackierten. Der Konflikt, der ursprünglich auf eine langwierige Rechtsauseinandersetzung zurückgeht, hat nun auch die öffentliche Debatte über KI-Sicherheit und Unternehmensethik erreicht. Musk startete die jüngste Runde am Dienstagmorgen mit einer Warnung: „Lass deine Liebsten ChatGPT nicht benutzen“, in Reaktion auf Berichte, wonach die Nutzung des KI-Chatbots seit seiner Einführung 2022 mit dem Tod mehrerer Personen in Verbindung gebracht wurde. Diese Aussage wurde als provokativ wahrgenommen, da sie keine konkreten Beweise lieferte, aber den Eindruck erweckte, dass ChatGPT gefährlich sei. Altman reagierte prompt und verteidigte sowohl ChatGPT als auch die Mission von OpenAI, Nutzer zu schützen, ohne die Funktionalität der KI zu beeinträchtigen. „Es ist wirklich schwierig, verletzliche Nutzer zu schützen, ohne gleichzeitig sicherzustellen, dass unsere Systeme allen Nutzern zugänglich bleiben“, erklärte er. Gleichzeitig wendete er sich scharf gegen Teslas Autopilot-Technologie, die er als unzureichend und potenziell gefährlich kritisierte. „Ich habe nur einmal in einem Fahrzeug mit Autopilot mitgefahren, aber mein erster Gedanke war, dass es keine sichere Entscheidung war, das Produkt so früh auf den Markt zu bringen“, schrieb Altman. Er fügte hinzu, dass er auch einige Entscheidungen von Grok, dem KI-Chatbot von Musk, kritisch bewerte, ohne sie konkret zu benennen. Die gegenseitigen Angriffe sind Teil eines tiefergehenden Rechtsstreits, der seit 2021 andauert. Musk hatte OpenAI im Jahr 2015 mitgegründet und 38 Millionen US-Dollar als Spende beigesteuert, als das Unternehmen als Nonprofit organisiert war. Später entschied sich OpenAI, eine für-profit-Struktur einzuführen, was Musk als Verrat an der ursprünglichen Mission interpretierte. Er klagte Altman und andere Führungskräfte an, sie hätten ihn arglistig über die Veränderung der Unternehmensstruktur informiert. Die Klage ist noch anhängig und hat zu einer zunehmend polarisierten öffentlichen Debatte über die Zukunft von KI, Transparenz in Tech-Unternehmen und die Rolle von Investoren in Innovationsprojekten geführt. Die aktuelle Auseinandersetzung zeigt, wie sehr persönliche Ambitionen und ideologische Differenzen die Entwicklung von KI-Technologien beeinflussen können. Während Altman für eine verantwortungsvolle, nutzerzentrierte KI-Entwicklung plädiert, positioniert sich Musk als kritischer Wächter, der vor zu schnellem Fortschritt warnt – oft mit einem Blick auf seine eigenen Produkte. Experten warnen, dass solche öffentlichen Streitigkeiten die Glaubwürdigkeit beider Unternehmen schädigen und die regulatorische Aufmerksamkeit erhöhen könnten. Beide Firmen, OpenAI und xAI (Musk), sind führend in der KI-Forschung, doch ihre unterschiedlichen Ansätze – OpenAI mit Fokus auf Sicherheit und Transparenz, Musk mit einer eher agilen, marktorientierten Strategie – verdeutlichen die Spannung zwischen Innovation und Verantwortung in der digitalen Ära.
