Microsoft eröffnet Zugang zu mehr KI-Apps für Windows
Microsoft hat seine Windows ML-Plattform nun allgemein für den Produktiveinsatz freigegeben und damit einen wichtigen Schritt in Richtung lokalisierte, auf KI basierende Anwendungen auf Windows-Systemen unternommen. Die Plattform ist ab Windows 11 24H2 verfügbar und bietet Entwicklern eine lokale Inferenzumgebung, die reaktionsschnelle, datensichere und kosteneffiziente KI-Erlebnisse ermöglicht. Dabei fungiert Windows ML als Hardware-Abstraktionsschicht: Hersteller von Chips (Silicon Partners) erstellen und pflegen sogenannte „Execution Providers“, die Windows ML verteilt, verwaltet und registriert. Dadurch können KI-Aufgaben optimal auf der jeweils geeigneten Hardware – wie GPUs für rechenintensive Aufgaben, NPUs für Energieeffizienz oder CPUs für Flexibilität – ausgeführt werden. Dies vereinfacht die Entwicklung, da Entwickler nicht mehr handgeschriebene Hardware-Optimierungen vornehmen müssen. Seit ihrer ersten Ankündigung im Jahr 2018 für Windows 10 hat Windows ML kontinuierlich weiterentwickelt werden. Jetzt profitieren bereits namhafte Softwareunternehmen wie Adobe, McAfee und Topaz Labs von der Plattform. Adobe integriert Windows ML in kommende Versionen von Premiere Pro und After Effects, um Funktionen wie semantische Suche, Audio-Tagging und Szenenbearbeitungserkennung lokal auf dem Gerät zu betreiben – ohne Daten in die Cloud zu übertragen. McAfee nutzt die Technologie, um Deepfakes und Betrugsversuche in sozialen Medien automatisch zu erkennen, während Topaz Labs mit Windows ML künstliche Intelligenz für Bildbearbeitungsfunktionen in Topaz Photo entwickelt hat. Durch die Vereinfachung der KI-Integration in Windows-Anwendungen hofft Microsoft, ein breiteres Ökosystem intelligenter, lokal laufender Apps zu schaffen, das Nutzer an das Betriebssystem bindet und dessen Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Industrieexperten begrüßen die Verbreitung von Windows ML als signifikanten Schritt hin zu einer dezentralen KI-Ära, bei der Privatsphäre und Performance im Vordergrund stehen. Analysten betonen, dass die lokale Verarbeitung von KI-Aufgaben nicht nur Datenschutz fördert, sondern auch Latenz reduziert und Abhängigkeiten von Cloud-Diensten verringert. Unternehmen wie Intel, AMD und Qualcomm profitieren indirekt, da ihre spezialisierten Chips – insbesondere NPUs – zunehmend als Schlüsselkomponenten für KI-Workloads anerkannt werden. Microsoft positioniert sich damit klar als Treiber für eine hardwarenahe KI-Entwicklung auf PCs, wodurch es die Wettbewerbsposition gegenüber anderen Betriebssystemen wie macOS oder Chrome OS weiter stärken könnte. Die zunehmende Integration durch große Softwarehersteller deutet auf eine langfristige Strategie hin, Windows als Plattform für intelligente, native KI-Anwendungen zu etablieren.
