Anthropic führt neue Rate-Limits für Claude Code ein.
Anthropic hat kürzlich neue wöchentliche Nutzungsgrenzen für seinen KI-Code-Generator Claude Code eingeführt, um die Nutzung durch sogenannte Power-User zu begrenzen. Diese Nutzer betreiben den Code-Generator „ständig im Hintergrund, 24/7“, was zu Problemen bei der Stabilität und Zuverlässigkeit des Dienstes führt. Zudem sollen die Grenzen verhindern, dass einige Abonnenten gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, indem sie ihre Konten teilen und den Zugang an Dritte weiterverkaufen. Die neuen Regeln treten am 28. August für Abonnenten der $20-monatlichen Pro-Pläne sowie der $100- und $200-monatlichen Max-Pläne in Kraft. Die bisherigen Nutzungsgrenzen, die alle fünf Stunden zurückgesetzt werden, bleiben bestehen. Zusätzlich werden zwei neue wöchentliche Grenzen eingeführt, die nach sieben Tagen erneuert werden. Eine betrifft die gesamte Nutzung, die andere speziell das fortschrittlichste Modell, Claude Opus 4. Max-Abonnenten können bei Bedarf zusätzliche Nutzungskapazität zu Standard-API-Raten erwerben. Die Einführung der Limits erfolgte kurz nachdem Anthropic bereits im Juli vorsichtige Nutzungsgrenzen für Claude Code eingeführt hatte. Die Firma gab damals an, sich der Problematik bewusst zu sein, wollte aber keine weiteren Details preisgeben. Obwohl Claude Code bei Entwicklern beliebt ist, hat Anthropic Schwierigkeiten, den Dienst breit zu nutzen. Auf der Statusseite der Firma wurden in den letzten vier Wochen mindestens sieben Ausfälle oder Teilausfälle des Tools gemeldet, was möglicherweise auf die kontinuierliche Nutzung durch einige Nutzer zurückzuführen ist. Anthropic betont, dass es bei der Bereitstellung von Rechenressourcen stark eingeschränkt sei, ein Problem, das viele KI-Unternehmen heute haben. Um den Anstieg der Nachfrage zu bewältigen, bauen viele Unternehmen derzeit neue KI-Rechenzentren auf. Auch andere Anbieter von KI-Code-Tools wie Cursor (Anysphere) und Replit haben in den letzten Monaten ihre Preismodelle überarbeitet, um Power-User zu begrenzen. Allerdings führte Anysphere zu einem Streit, da die Änderungen nicht klar kommuniziert wurden und einige Nutzer unerwartet höhere Kosten trugen. Anthropic antwortete sofort auf eine Anfrage von TechCrunch und betonte, dass weniger als 5 % der Abonnenten von den neuen Limits betroffen sein werden. Pro-Abonnenten können voraussichtlich 40 bis 80 Stunden Nutzung von Claude Sonnet 4 pro Woche erwarten, wobei die tatsächliche Nutzung von Faktoren wie der Größe des Code-Repositories abhängt. In einer E-Mail an die Abonnenten versprach Anthropic, in Zukunft andere Lösungen für langfristige Nutzungsfälle zu bieten, betonte aber, dass die Limits im Moment notwendig sind, um die Dienstleistung zuverlässig zu halten. Die Einführung der Nutzungsgrenzen unterstreicht die Herausforderung, die KI-Unternehmen bei der Skalierung ihrer Tools haben. Anthropic ist mit anderen Anbietern wie OpenAI und Google in der Lage, ihre Infrastruktur zu erweitern, um die Nachfrage zu decken. Gleichzeitig müssen sie jedoch sicherstellen, dass ihre Dienste für alle Nutzer zugänglich bleiben. Analysten sehen in den Maßnahmen eine notwendige Reaktion auf die steigende Nutzung und die begrenzten Ressourcen, warnen aber auch davor, dass solche Limitierungen die Benutzerzufriedenheit beeinträchtigen könnten. Unternehmen wie Anysphere und Replit haben bereits ähnliche Strategien verfolgt, wobei Kommunikation eine entscheidende Rolle spielt. Anthropic hat mit der Einführung der Limits eine klare Haltung eingenommen, um die Stabilität und Qualität seines KI-Tools zu gewährleisten.
