OpenAI bezahlt 60 Milliarden jährlich an Oracle für Cloud-Infrastruktur
Oracle-Chef Clay Magouyrk ist überzeugt, dass OpenAI die immensen Kosten für Cloud-Infrastruktur problemlos tragen kann – selbst bei einem jährlichen Betrag von 60 Milliarden US-Dollar. In einem Interview mit CNBC bei der Oracle AI World in Las Vegas betonte er: „Natürlich kann OpenAI das zahlen.“ Die Begründung: Die rasante Wachstumsrate des KI-Unternehmens, das nun fast eine Milliarde Nutzer erreicht hat, sei beispiellos. OpenAI hatte im Juli einen Fünfjahresvertrag mit Oracle abgeschlossen, der nach Schätzungen mehr als 300 Milliarden Dollar wert ist. Derzeit nutzt OpenAI neben Oracle auch Cloud-Dienste von Microsoft, Google und CoreWeave, wobei Nvidia-Grafikchips als Rechenbasis für die KI-Modelle dienen. Gleichzeitig arbeitet OpenAI an der Entwicklung eines eigenen KI-Chips, der von Broadcom gebaut wird. In einer gemeinsamen Ankündigung kündigten beide Unternehmen an, 10 Gigawatt an neuer Rechenleistung mit den neuen Chips zu betreiben – ein Schritt, der enorme Energiebedarfe mit sich bringt. Oracle-Chef Mike Sicilia betonte, dass der Energiebedarf kein grundsätzliches Hindernis sei: „Es ist eine Frage der Zeit, nicht der Frage, ob wir genug Strom haben.“ Oracle hat zudem begonnen, OpenAI-Modelle in ein digitales Patientenportal zu integrieren, das auf der übernommenen EHR-Plattform Cerner basiert. Die Übernahme von Cerner im Jahr 2022 für rund 28 Milliarden Dollar gilt als strategischer Schritt in Richtung Gesundheits-IT. Sicilia ist überzeugt, dass die KI-Integration in Unternehmen aller Branchen tiefgreifende Veränderungen auslösen wird. Die positive Entwicklung der Partnerschaft mit OpenAI spiegelt sich auch am Aktienkurs wider: Oracle-Aktien stiegen am Montag um fast 6 Prozent und legten in diesem Jahr insgesamt 86 Prozent zu, wodurch der Marktwert der Firma nahe an 900 Milliarden Dollar kletterte. Die Zusammenarbeit zwischen OpenAI und Oracle steht exemplarisch für die wachsende Abhängigkeit von KI-Unternehmen von Cloud-Infrastruktur und Hardware-Partnern. Obwohl OpenAI 2024 einen Nettoverlust von fünf Milliarden Dollar verzeichnete, zeigt die Investitionssicherheit der Cloud-Partner, dass die langfristigen Erwartungen an die KI-Revolution weiterhin hoch sind. Branchenexperten sehen in der Oracle-OpenAI-Partnerschaft einen Meilenstein für die industrielle Skalierung von KI, besonders in sensiblen Bereichen wie der Gesundheitsversorgung. Die Fähigkeit, komplexe Modelle in kritischen Anwendungen einzusetzen, unterstreicht nicht nur technologische Fortschritte, sondern auch das Vertrauen in die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der KI-Transformation.
