AMD rebrandet Ryzen-Mobilchips mit neuen Namen
AMD hat bestimmte Mobilprozessoren aus den Serien Ryzen 7035 und Ryzen 7020 neu benannt – darunter Chips auf Basis der Zen-2- und Zen-3+-Architektur, die ursprünglich im Jahr 2023 auf den Markt kamen. Die Umbrandung betrifft vor allem Modelle wie den Ryzen 7 7735HS und den Ryzen 7 7735U, die nun als Ryzen 7 170 bzw. Ryzen 7 160 auftreten. Ähnlich wurden auch Ryzen 5- und Ryzen 3-Modelle wie der 7535HS (jetzt 150), 7535U (130), 7335U (110), sowie die Mendocino-basierten Chips wie der 7520U (jetzt 40) und 7320U (30) neu gekennzeichnet. Auch Athlon-Gold- und Athlon-Silver-Modelle wurden entsprechend umgebezeichnet. Alle neuen Namen folgen einem vereinfachten dreistelligen oder zweistelligen Format, das stark an Intel’s Core Series 1 erinnert – etwa Core i5-110 oder Core 5 120 – und damit eine gewisse Harmonisierung innerhalb der Produktlinien anstrebt. Diese Strategie ist zwar weit verbreitet in der Branche, wird jedoch oft kritisiert, da sie Verwirrung stiften kann. Uninformierte Käufer könnten glauben, vor neuen, leistungsfähigeren Prozessoren zu stehen, während es sich in Wirklichkeit um bestehende Chips mit verändertem Namen handelt. Die Umbrandung erfolgt vor allem auf Basis der Codenamen Rembrandt-R (Zen 3+ / RDNA 2) und Mendocino (Zen 2 / RDNA 2), die bereits im Vorjahr mit der Ryzen 7000-Serie für Laptops eingeführt wurden. Die neue Namensgebung könnte Teil einer größeren Bemühung von AMD sein, die Produktbezeichnungen zu standardisieren, insbesondere nachdem die vierstellige Bezeichnung mit der Ryzen 9000-Serie (Granite Ridge) erschöpft ist. Bereits im Jahr 2024 hatte AMD mit der Einführung der Ryzen AI 300 (Strix Point) und Ryzen 200 (Hawk Point Refresh) ein ähnliches dreistelliges System eingeführt, was darauf hindeutet, dass die aktuelle Umbrandung keine Einzelaktion, sondern ein strategischer Schritt ist. Ob AMD künftig mit einer weiteren Nummerierung wie „Ryzen 400“ fortfahren wird, oder ob es zu einer Integration von Begriffen wie „AI“ oder „Ultra“ greift, bleibt unklar. Ohne eine fünfstellige Kennzeichnung – wie Intel mit Modellen ab 10.000 – könnte die dreistellige Serie die langfristige Lösung werden. Die Maßnahme ist vor allem für Hersteller und Händler vorteilhaft, da sie die Produktpräsentation vereinfacht, birgt aber das Risiko, den Verbraucher zu täuschen. Industrieanalysten sehen die Umbrandung kritisch: „AMD nutzt ein etabliertes Marketing-Tool, um den Eindruck von Neuheit zu erzeugen, ohne echte Leistungssteigerungen zu liefern“, so ein Experte von TechInsight. „Das ist eine kostengünstige Strategie, aber schädlich für das Vertrauen in die Marke, wenn es zu oft geschieht.“ Dennoch bleibt die Maßnahme im Kontext des wettbewerbsintensiven Marktes verständlich. AMDs Mobilprozessoren basieren weiterhin auf etablierten Architekturen mit guter Effizienz und Leistung, und die neue Namensgebung könnte dazu beitragen, die Produktübersicht für OEMs zu vereinfachen. Die langfristige Wirkung hängt jedoch davon ab, wie transparent AMD die Hintergründe der Umbrandung kommuniziert.
