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Amazon kehrt nach Layoffs mit AI-Erfolgen auf Kurs

Ein turbulentes Wochenende prägte Amazon und seinen CEO Andy Jassy: Während Anfang der Woche 14.000 Stellen gestrichen wurden und Zweifel an der KI-Position des Unternehmens aufkamen, erholte sich die Stimmung binnen 48 Stunden dramatisch. Am Freitag erreichte der Aktienkurs ein Rekordhoch, nachdem Amazon überraschend starke Quartalszahlen vorgelegt und signifikante Fortschritte im KI- und Cloud-Bereich präsentiert hatte. Die Enttäuschung über die massiven Entlassungen am Dienstag – als Reaktion auf eine „vorsorgliche“ Verkleinerung des Unternehmens – hatte zunächst Bedenken geweckt, insbesondere bezüglich der KI-Strategie und der langsam wachsenden Cloud-Sparte AWS. Vor der Woche war Amazon bereits als „KI-Lagger“ unter den großen Tech-Unternehmen kritisiert worden, und die jahrelange Kulturumstellung unter Jassy hatte bislang keine messbaren Erträge für Aktionäre gebracht. AWS wuchs langsamer als die Konkurrenz von Microsoft und Google, was die Sorge vor einem Verlust der Marktführerschaft verstärkte. Doch am Donnerstag drehte Amazon die Lage mit einer Serie von Entwicklungen: AWS meldete einen Umsatz von 33 Milliarden US-Dollar – ein Wachstum von 20 %, das das schnellste seit 2022 war. Besonders beeindruckend war die Dynamik hinter den Zahlen: Der Auftragsbestand stieg auf 200 Milliarden US-Dollar (ohne Oktober-Deals), die Energiekapazität wurde um mehr als 3,8 Gigawatt erweitert, und die Firma plant, bis 2027 die Leistung zu verdoppeln. Gleichzeitig zeigten neue Produkte, dass Amazon in der KI-Ökonomie Fuß fasst: Der eigene KI-Chip Trainium 2 entwickelt sich zu einem „mehrere Milliarden Dollar“-Geschäft, die Call-Center-Software Connect nähert sich einer Milliarden-Einnahme, und der KI-Assistent Rufus könnte indirekt über 10 Milliarden US-Dollar Umsatz generieren. Auch das Entwicklungs-Tool Bedrock wird als potenziell so groß wie der Kern-Service EC2 gesehen. Wall Street reagierte begeistert: Analysten wie Mark Mahaney von Evercore sprachen von „dem AWS-Unlock“, während William Blair und Barclays betonten, dass die letzten 48 Stunden die Angst vor einem Niedergang weitgehend ausgeräumt hätten. Jassy betonte auf der Ergebnispräsentation: „AWS gewinnt an Schwung.“ Trotzdem bleiben Herausforderungen bestehen. Amazon ist nach wie vor hinter Microsoft und Google Cloud in der KI-Mindshare-Position, und einige Produkte wie der KI-Chatbot für Einkäufe sind noch nicht massentauglich. Zudem blieb Jassy bei der Frage, wie viel des Wachstums aus KI stammt, vage – was Kritik auslöste. Die Entlassungen, die Jassy als kulturelle Anpassung, nicht als Kostensenkung, bezeichnete, deuten an, dass der Umstrukturierungsprozess noch nicht abgeschlossen ist. Ob die KI-Strategie ausreicht, um die Lücke zu schließen, bleibt ungewiss. Dennoch: In nur einer Woche hat Amazon die Kritik in einen Glaubenssatz an eine neue Dynamik verwandelt – mit einem klaren Signal: Die Cloud ist zurück, und die KI ist im Aufwind. Industrieexperten sehen in der Entwicklung eine Wendung, die Amazon zwar nicht aus allen Schwächen befreit, aber die strategische Kurskorrektur unter Jassy als wirksam bestätigt. Die Fähigkeit, schnell auf Marktbedürfnisse zu reagieren und technologische Innovationen in Umsatz umzusetzen, könnte entscheidend sein, um die Dominanz im Cloud- und KI-Bereich zu halten.

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