Um freigegebene Quellcodes zu bereinigen, hat Anthropic versehentlich Tausende von GitHub-Repositories gelöscht.
Das KI-Unternehmen Anthropic erlitt kürzlich einen Bedienungsfehler im Zusammenhang mit einem Vorfall zur Offenlegung von Quellcode, wodurch mehr als 8.000 Code-Repositorien auf der Entwicklerplattform GitHub fälschlicherweise entfernt wurden und Unmut in der Entwicklergemeinschaft auslösten. Der Auslöser war eine Meldung eines Softwareingenieurs zu Beginn dieser Woche, wonach Anthropic bei einer Versionsveröffentlichung versehentlich den Zugriff auf Teile des Quelcodes seines populären Produkts „Claude Code" preisgegeben hatte. Anschließend analysierten zahlreiche KI-Enthusiasten die betreffenden Codeschnipsel und luden sie hoch, um sie über GitHub weiterzuverbreiten und darüber zu diskutieren. Um die weitere Verbreitung einzudämmen, forderte Anthropic gemäß dem US-Gesetz zum digitalen Urheberrecht die Entfernung aller Repositorien, die diesen Code enthielten. Diese Anfrage betraf jedoch ungewollt rund 8.100 Repositorien, darunter sogar legale Forks eigener Open-Source-Projekte des Unternehmens selbst, was heftige Reaktionen seitens der Nutzer hervorrief. In diesem Zusammenhang erklärte Boris Cherny, Leiter von Claude Code, dass es sich bei diesem großflächigen Entfernen um einen Fehlgriff handele. Das Unternehmen zog daraufhin die meisten seiner Anfragen zurück und behielt nur Maßnahmen gegen die ursprüngliche Quelle sowie deren 96 Forks bei. Laut Angaben von Anthropic führte dazu, dass viele Ziellager Teil ihres offiziellen Projekt-Forknetzwerks waren, wodurch das Ausmaß der Entfernung systematisch verstärkt wurde. Mittlerweile hat GitHub den Zugang zu den betroffenen Repositorien wiederhergestellt. Obwohl das Unternehmen seinen Fehler rasch korrigierte, gilt diese misslungene „Bereinigung" dennoch als Rückschlag für die Öffentlichkeitsarbeit. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass bekannt geworden ist, dass Anthropic an einer Börsengang-IPO plant, wird allgemein angenommen, dass solche Bedienungsfehler zusätzlichen Prüfdruck hinsichtlich Compliance und operativer Leistungsfähigkeit nach sich ziehen könnten.
