Trajectory sammelt 45 Mio. USD für zugängliches KI-Training
Das KI-Startup Trajectory hat in einer Series-A-Runde 45 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die Finanzierungsrunde wurde von Sequoia angeführt und erreichte eine Bewertung von 300 Millionen US-Dollar. Weitere Investoren sind Nvidia, Bessemer Venture Partners und Bain Capital Ventures. Das etwa ein Jahr alte Unternehmen wurde von drei Stanford-Absolventen mit Erfahrungen bei Google DeepMind und Apple gegründet und beschäftigt derzeit rund 18 Mitarbeitende. Trajectory adressiert ein grundlegendes Problem vieler KI-Systeme: Aktuelle Modelle lernen nicht aus eigenen Fehlern, ohne dass sie gezielt nachtrainiert oder angepasst werden. Unternehmen in spezialisierten Bereichen wie Recht, Finanzen oder Medizin müssen für die Anpassung generischer Modelle häufig teure Expertenteams oder externe Berater einbinden. Diese Aufgabe soll Trajectory automatisieren und für fachlich qualifizierte, aber nichttechnische Nutzer zugänglich machen. Dazu setzt das Startup auf einen Ansatz des sogenannten continual learning. Unternehmen können mit einem Open-Source-Modell starten, die Plattform an ihre Anwendungen anbinden und Feedback zur Leistung des Modells sammeln. Trajectory nutzt diese Informationen, um das Modell gezielt nach zu trainieren und bei spezifischen Aufgaben kontinuierlich zu verbessern. Nach Angaben der Gründer können etwa Juristen, Ärzte oder andere Fachleute den Prozess weitgehend selbst steuern, indem sie definieren, was für ihre Organisation als gute Ergebnisse gilt. Konkret wird Trajectory bereits von Firmen wie Harvey und Rogo genutzt, um Open-Source-Modelle für rechtliche oder finanzielle Aufgaben zu optimieren, etwa beim Prüfen bestimmter Vertragsarten oder beim Firmenrating nach definierten Methoden. Zu den Kunden zählen zudem Decagon, Mercor und Nvidia. Die Plattform ist nun öffentlich verfügbar. Das Unternehmen sieht seinen Ansatz als sicherere Variante der autonomen Selbstverbesserung von KI-Systemen, da Menschen den Trainingsprozess weiterhin steuern. Gleichzeitig steht Trajectory in Konkurrenz zu weiteren Anbietern von Post-Training- und Anpassungsplattformen, darunter Thinking Machines Lab, Applied Compute und Prime Intellect. Ein zentraler Wettbewerbsvorteil liegt laut Trajectory im Team, das über Erfahrungen bei Google DeepMind, Apple, OpenAI, Stripe und Netflix verfügt. Besonders betont wird die Entwicklerkomponente: Eine leicht bedienbare Oberfläche soll Fachanwendern den Zugang zur Modellanpassung erleichtern.
