KI und Soziale Medien stärken altersfreundliche Gemeinden
Forschungsergebnisse der Rutgers University New Brunswick unterstreichen die zentrale Rolle digitaler Technologien für die Förderung altersgerechter Gemeinden. Die Studie, veröffentlicht im Fachjournal Innovation in Aging, widerlegt verbreitete Vorurteile hinsichtlich der digitalen Kompetenz älterer Menschen. Dr. Natalie E. Pope und Professorin Emily A. Greenfield ermittelten in Zusammenarbeit mit AARP auf Basis von zweihundert Befragungen sowie dreizehn vertiefender Interviews, dass zweiundneunzig Prozent der Verantwortlichen für altersfreundliche Initiativen digitale Werkzeuge in Planung und Kommunikation einsetzen. Zu den am häufigsten genutzten Plattformen zählen Online-Umfragen, soziale Medien, Videokonferenzen, Websites und kollaborative Dateifreigabe. Insbesondere Facebook wird von einundsechzig Prozent der Teilnehmer als primäres soziales Medium genutzt, während Tools wie Chatbots, CRM-Systeme und digitale Marketingplattformen nachrangig sind. Die Forscher betonen, dass Strategien an die tatsächliche Technologieaffinität und den Zugang älterer Bevölkerungsgruppen angepasst werden müssen. Da der überwiegende Teil der Seniorinnen und Senioren in ihren Heimatgemeinden bleibt, ist eine datenbasierte Infrastrukturplanung unverzichtbar. Als praktischer Anwendungsfall wird aktuell in Ocean County im US-Bundesstaat New Jersey ein auf künstlicher Intelligenz basierendes SMS-Plattform-Projekt getestet. In Kooperation mit der Rutgers Cooperative Extension ermöglicht das System bedarfsgerechte Informationen zu lokalen Dienstleistungen über einen lokal kuratierten Datensatz. Die Soft-Start-Phase steht kurz bevor. Die Ergebnisse belegen, dass Technologie ein fundamentaler Bestandteil der Umsetzung altersfreundlicher Leitlinien ist, die mittlerweile über tausend Kommunen und Bundesstaaten in den Vereinigten Staaten umfassen. Der demografische Wandel beschleunigt sich, wobei der Anteil der Menschen ab sechzig Jahren in den vergangenen zehn Jahren um beinahe vierzig Prozent stieg. Durch den gezielten Einsatz digitaler Instrumente lässt sich die soziale Teilhabe älterer Bevölkerungsgruppen nachhaltig stärken und kommunale Dienstleistungen bedarfsgerecht skalieren.
