KI erfasst 100 Wildtierarten
Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von ConservationX Labs und META hat das KI-System SA-FARI entwickelt, das Wildtiere in Videomaterial automatisch detektiert, klassifiziert und über Zeitverläufe hinweg verfolgt. Die Universität Bristol ist als wesentlicher Mitwirkender in die Studie eingebunden. Der Artikel wird am 6. Juni auf der CVPR-Konferenz in Denver präsentiert und als Award Candidate nominiert. SA-FARI basiert auf dem neuesten Segment Anything Model 3 von META, einem fortschrittlichen Vision-Language-Modell. Durch die Analyse visueller und textlicher Prompts ermöglicht das System die präzise Segmentierung von Tieren im naturnahen Lebensraum. Die Forscher nutzen dabei sogenannte Masklets, die den exakten Umriss eines Individuums von Bild zu Bild nachverfolgen. Diese Technik trennt das Tier zuverlässig vom Hintergrund und schafft die Grundlage für individuelle Identifizierung und Verhaltensanalysen. Das Verfahren kann den manuellen Auswerteaufwand bei Kamerafallen-Studien um tausende Stunden reduzieren. Grundlage der Entwicklung ist ein annotierter Datensatz mit mehr als 11.000 Wildtier-Videos aus natürlichen Lebensräumen. Das daraus trainierte Modell erkennt und verfolgt annähernd 100 verschiedene Tierarten mit pixelgenauer Treffsicherheit. Die Datensammlung wird frei zugänglich gemacht, um biologischen Forschungsvorhaben weltweit leistungsfähige KI-Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Prof. Dr. Tilo Burghardt von der Universität Bristol unterstreicht die globale Bedeutung des Projekts und verweist auf die langjährige Expertise der Bristol-Gruppe im Bereich KI-gestützter Artenschutzforschung. Dr. Otto Brookes ergänzt, dass die räumliche und zeitliche Lokalisierung von Wildtieren eine Grundvoraussetzung für effektives Monitoring und die Evaluation von Naturschutzmaßnahmen sei. Die Studie führt ein breites, interdisziplinäres Konsortium an, zu dem neben der Universität Bristol das Hasso-Plattner-Institut, die Universität Oviedo, die Osa Conservation, das Senckenberg Museum für Naturkunde, das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und Climate Corridors gehören. Erstautor ist Dante Wasmuht, Seniorautor Didac Suris. Ausblickend hofft das Forschungsteam darauf, dass Dritte das System um neue Funktionalitäten erweitern, wie etwa die Verfolgung von Körperhaltungen, Tiefenwahrnehmung oder die Generierung natürlichsprachlicher Beschreibungen.
