SpaceX-Deal: KI für Google
SpaceX hat vor dem angekündigten Börsengang einen umfangreichen Cloud- und Rechenkapazitäten-Vertrag mit Google abgeschlossen. Wie aus den Unterlagen zum Initial Public Offering hervorgeht, zahlt Google monatlich 920 Millionen US-Dollar für den Zugang zu einer Cluster-Infrastruktur mit rund 110.000 Nvidia-GPUs. Diese Rechenleistung dient primär der Beschleunigung und Skalierung von Googles Gemini-KI-Modellen. Der Vertrag, der bis Juni 2029 läuft, wird insgesamt rund 30 Milliarden US-Dollar umfassen. Die vollständige monatliche Rate greift ab Oktober 2026; bis dahin gilt eine gestaffelte Zahlungsregelung während der Aufbauphase. Seitens des Google Cloud Management wird das Abkommen als strategische Brückenlösung zur Bewältigung des unerwartet hohen Nachfrageanstiegs für die Gemini Enterprise-Plattform beschrieben. Zudem wurde eine vorzeitige Kündigungsmöglichkeit mit einer Frist von 90 Tagen nach dem 31. Dezember festgeschrieben. Die Datenzentren, in denen die Infrastruktur betrieben wird, befinden sich in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee. Ursprünglich für die KI-Sparte xAI von Elon Musk konzipiert, dient die Kapazität nun externen Kunden. Parallel dazu unterhielt SpaceX bereits eine vergleichbare Vereinbarung mit dem KI-Unternehmen Anthropic, bei der monatlich 1,25 Milliarden US-Dollar für Rechenleistung in denselben Facilities fällig ist. Die finanzielle Belastung von xAI zeigt sich in den aktuellen Offenlegungen: Im Vorjahr belief sich der operative Verlust des Unternehmens auf 6,4 Milliarden US-Dollar bei einem Gesamtumsatz von 3,2 Milliarden US-Dollar. Der Deal ist direkt in die Vorbereitung des historischen Börsengangs von SpaceX am 12. Juni eingebettet, der ein Kapitalaufkommen von 75 Milliarden US-Dollar anstrebt. Die aktuelle Bewertung von 1,8 Billionen US-Dollar stützt sich maßgeblich auf die Erwartungshaltung, dass Musk seine Infrastruktur- und Explorationsziele verwirklicht. Dazu zählen die massive Ausweitung von Starlink, der Betrieb von Rechenzentren in der Erdumlaufbahn sowie die langfristige Mars-Kolonisierung. Die gesicherte, langfristige Einnahmequelle aus der Rechenkapazitätsvermietung stärkt die Bilanz von SpaceX signifikant, bevor das Unternehmen an die öffentlichen Märkte tritt und seinen Status als einer der wertvollsten Technologiekonzerne weltweit festigt.
