Sandbar holt 23 Mio. für KI-Notizring
Sandbar, ein Start-up ehemaliger Meta-Mitarbeiter Mina Fahmi und Kirak Hong, sicherte sich 23 Millionen US-Dollar in einer Series-A-Finanzierungsrunde. Das Investment wird von Adjacent und Kindred Ventures angeführt und bringt die kumulierte Finanzierung des Unternehmens auf insgesamt 36 Millionen US-Dollar. Das Ziel des Kapitals ist die signifikante Erweiterung des Teams, insbesondere in den Bereichen Software und maschinelles Lernen, sowie der Aufbau einer Marketingabteilung. Im Mittelpunkt von Sandbars Angebot steht der Stream Ring, ein Wearable, das sich speziell auf die Aufzeichnung von Notizen konzentriert und sich damit von Gesundheitsprodukten wie dem Oura-Ring abhebt. Anders als bei anderen Lösungen ist das Mikrofon im Ring standardmäßig deaktiviert und wird nur durch Drücken auf ein flaches Touch-Panel an der Oberseite aktiviert. Diese Designentscheidung erfordert, dass der Nutzer die Hand an das Gesicht hebt, was eine gezielte Interaktion ermöglicht und Privatsphäre fördert. Mit dem Ring können Nutzer Notizen aufnehmen, mit einem KI-Assistenten über eine Smartphone-App chatten oder Medienfunktionen wie Abspielen und Lautstärkeregelung steuern. Die Entwicklung des Geräts dauerte bereits über zwei Jahre, bevor Sandbar letztes Jahr mit einem Testlauf an frühen Nutzern aus der Anonymität trat. Das Feedback war überwältigend positiv; die erste Vorbestellungscharge war schnell ausverkauft, woraufhin eine zweite Runde eröffnet wurde. Erste Anwender nutzen das Gerät täglich über 50 Mal für Aufgaben wie die Planung von Präsentationen, Reisen oder Mahlzeiten. Die geplante Auslieferung der ersten Geräte für den Markt ist für den Sommer des laufenden Jahres vorgesehen. Fahmi betont, dass das Unternehmen derzeit daran arbeitet, die App-Erfahrung zu verfeinern, eine webbasierte Plattform zu entwickeln und die Latenz bei KI-Antworten zu reduzieren. Langfristig strebt Sandbar an, agente Workflows zu ermöglichen, sodass Nutzer nicht nur Notizen erstellen, sondern diese auch direkt zur Ausführung von Aktionen nutzen können. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Einführung von Mehr-Wege-Gesprächen. Nutzer können den KI-Assistenten zur Nachbearbeitung oder Klärung unvollständiger Notizen befragen, was über einfache Befehle hinausgeht. Die Marktsituation für Hardware-Notizenlösungen zeigt sich als wachsend. Während Firmen wie Plaud auf Meeting-Aufzeichnungen setzen oder Pebble ein kostengünstiges Ring-Modell anpeilt, positioniert sich Sandbar durch ein ansprechendes Design, das auch von Nicht-Technikern akzeptiert werden könnte. Nico Wittenborn von Adjacent, der Investor der Series-Runde, hebt das Formfaktor und die Intentionalität der Nutzung hervor. Im Gegensatz zu Geräten, die möglicherweise unbemerkt Gespräche aufzeichnen, signalisiert das Heben der Hand am Stream Ring eine bewusste Handlung für den privaten Gebrauch. Das Unternehmen, das bisher 15 Mitarbeiter zählt, darunter Experten von Amazon, Fitbit, Google und Apple, plant, seine Belegschaft durch die neuen Mittel zu verdoppeln, wobei der Schwerpunkt auf technischem Personal liegt. Obwohl die App derzeit primär für den Stream Ring ausgelegt ist, prüft das Unternehmen Möglichkeiten, den Notizdienst auch für Nutzer ohne das Wearable verfügbar zu machen, beispielsweise während der Ladezeit des Rings.
