Amazon investiert 13 Mrd. Dollar in indische KI
Amazon hat sein Engagement in Indien mit einer weiteren Investition von 13 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2030 deutlich ausgebaut. Die Ankündigung erfolgte nach einem Treffen von CEO Andy Jassy mit dem indischen Premierminister Narendra Modi in Neu-Delhi. Das neue Kapital fließt primär in den Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten von Amazon Web Services in Mumbai und Hyderabad. Damit erhöht Amazon seine zugesagten Investitionen in den indischen Markt auf insgesamt 48 Milliarden US-Dollar. Die vorherigen Zusagen von 15 Milliarden Dollar im Jahr 2023 sowie rund 35 Milliarden Dollar im Dezember 2025 unterstreichen die langfristige strategische Ausrichtung auf den südasiatischen Markt. Die genaue Aufteilung der Gesamtkapitalbindung auf Kapital- und Betriebsausgaben sowie einzelne Geschäftsbereiche gibt Amazon nicht bekannt, wie es für langfristige Technologiezusagen üblich ist. Der Ausbau der Cloud-Infrastruktur reiht sich in eine globale Bewegung ein, bei der führende Technologiekonzerne Indien als zentrales Knotenpunkt für die Rechenleistung von Künstlicher Intelligenz positionieren. Microsoft hat im Dezember seine Investitionen auf 17,5 Milliarden Dollar bis 2029 angekündigt, Google plant 15 Milliarden Dollar für ein AI-Hub und entsprechende Rechenzentren. Auch Investoren wie AirTrunk, die Canada Pension Plan Investment Board sowie indische Industriekonglomerate Reliance und Adani setzen auf den wachsenden Bedarf an Rechenkapazitäten. Die indische Regierung unterstützt diese Entwicklung durch gezielte politische Anreize, darunter steuerliche Vergünstigungen für ausländische Cloud-Anbieter, deren Dienste über indische Rechenzentren betrieben werden. Parallel dazu expandiert Amazon sein operatives Geschäftsmodell im Inland massiv. Im laufenden Jahr sollen mehr als zwanzig Distributionszentren und über hundert letzte-Meile-Lieferstationen entstehen. Zusätzlich wird der Quick-Commerce-Dienst Amazon Now in über dreihundert Städten und Gemeinden eingeführt. Dieser Schritt dient der Positionierung auf dem gesättigten Markt für Lieferdienste, in dem Amazon mit Anbietern wie Blinkit, Instamart, Zepto und Flipkart konkurriert. Letztere plant bis Ende 2026 den Betrieb von 1.500 Mikrodistributionszentren. Die kombinierte Investition in Cloud-Infrastruktur und lokale Lieferketten festigt Amazons Position als Schlüsselakteur im indischen Technologie- und E-Commerce-Sektor und sichert die Wettbewerbsfähigkeit für die kommenden Jahre der digitalen Transformation in der Region.
