H-1B-Visa steigen: KI-Firmen
Die führenden Unternehmen der künstlichen Intelligenz, darunter Anthropic, OpenAI und Nvidia, haben im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 deutlich mehr H-1B-Visaanträge gestellt. Laut Daten des US-Arbeitsministeriums steigt die Nachfrage nach internationalen Fachkräften bei diesen Anbietern, während traditionierte Technologiekonzerne wie Meta, Microsoft, Amazon und Google ihre Anträge zurückfahren. Diese Entwicklung unterstreicht einen grundlegenden Wandel im Tech-Rekrutierungsmarkt. Anthropic verzeichnete den stärksten relativen Anstieg: Die genehmigten Anträge stiegen von zehn im zweiten Quartal 2025 auf 59 im gleichen Zeitraum 2026. OpenAI reichte mit 63 eingereichten Anträgen, verglichen mit 20 im Vorjahr, ebenfalls deutlich mehr ein. Nvidia dominiert zwar absolut mit 765 Anträgen, zeigt jedoch ein moderateres Wachstum im Vergleich zu den Vorjahreswerten. Insgesamt meldete die USCIS für die H-1B-Zuteilung 2027 lediglich 211.600 vollständige Einreichungen, ein Rückgang von über 343.980 im Vorjahr. Hintergrund ist eine Neuausrichtung der Rekrutierungsstrategien. Während viele Tech-Firmen Stellen abbauen und ihre Teams auf kleine, spezialisierte Einheiten beschränken, konzentrieren sich die KI-Führenden auf die Anwerbung hochqualifizierter Forscher und Ingenieure. Internationale Talente gewinnen hier an zentraler Bedeutung, obwohl die Visa-Bestimmungen strenger geworden sind. Seit Juli 2025 bevorzugt das Losverfahren Bewerber mit höheren Gehaltsstufen, und für im Ausland lebende Antragsteller wurde eine vorübergehende Gebühr von 100.000 US-Dollar eingeführt. Diese Regelungen erhöhen die Kosten und Unsicherheiten erheblich. Experten sehen in den gestiegenen Anträgen eine strategische Konsequenz. Rekrutierungsmanager betonen, dass die Investition in Top-Fachkräfte die zusätzlichen Visa-Kosten bei Weitem rechtfertige. Gleichzeitig führen die höheren Hürden dazu, dass einige Arbeitgeber das diesjährige Losverfahren aussparen oder Teams vermehrt ins Ausland verlagern. Ökonomen weisen darauf hin, dass das neu eingeführte Gehaltssystem Nachwuchskräften das Losverfahren erschwert, was die Sponsorierung von Absolventen unattraktiver macht. Die vorliegenden Zahlen repräsentieren Arbeitsministerium-Bescheinigungen und keine finalen Visumsverteilungen. Sie spiegeln Neuanstellungen und Verlängerungen wider, wobei ein einzelner Mitarbeitender mehrere Anträge nach sich ziehen kann. Ungeachtet der insgesamt rückläufigen H-1B-Statistik bleibt die Konkurrenz um KI-Talente extrem intensiv. Die KI-Unternehmen zeigen sich durch den verstärkten Einsatz internationaler Expertise resilienter gegenüber den allgemeinen Branchentrends. Die betroffenen Firmen haben keine weiteren Kommentare abgegeben.
