KI-Schutz vor Biowaffen
Spitzenvertreter der globalen KI-Branche haben gemeinsam einen offenen Brief an den US-Kongress gerichtet, um strengere Biosecurity-Regulierungen zur Abwehr künstlich integrierter Biowaffen einzufordern. Trotz bestehender Branchenkonkurrenz einigen sich die Unterzeichner auf eine dringende gesetzliche Lücke, die potenziell globale Pandemien begünstigen könnte. Die Kampagne wird von Dario Amodei (Anthropic), Sam Altman (OpenAI), Mustafa Suleyman (Microsoft) sowie Alexandr Wang (Meta) und Demis Hassabis (Google DeepMind) getragen. Ergänzt wird die Signatorenliste durch Führungskräfte der synthetischen Biologie, darunter Twist Bioscience und Ansa Biotechnologies, sowie renommierte Wissenschaftler und Sicherheitsexperten. Organisiert wurde die Initiative von den Thinktanks Foundation for American Innovation und Institute for Progress. Kernforderung ist die gesetzliche Verpflichtung für Anbieter synthetischer DNA- und RNA-Sequenzen, Bestellungen zwingend auf potenziell schädliche Pathogen-Sequenzen zu prüfen. Bisher erfolgen solche Filter lediglich freiwillig. Die Initiatoren betonen, dass fortschreitende KI-Modelle die Hürden für die Entwicklung gefährlicher Erreger erheblich senken. Während derartige Arbeiten früher spezialisiertem Laborpersonal vorbehalten waren, ermöglichen erschwingliche Technologie und leistungsfähige KI nun den Zugang zu bisher unerreichbaren Fähigkeiten. Dies betrifft neben biologischen auch chemische Bedrohungsszenarien. Der Brief fordert neben der verpflichtenden Screening-Pflicht zudem die lückenlose Dokumentation aller Bestellungen. Dies ermögliche die Nachverfolgung von Fällen, die initialen Filtern entgangen sind. Angesichts der exponentiellen Entwicklung zugrundeliegender Technologien betonen die Autoren die Dringlichkeit des Vorhabens. Die aktuelle Einigkeit zwischen sonst rivalisierenden Akteuren aus Technologie, Biotechnologie und Forschung werde als seltene Chance für entschlossenes politisches Handeln gewertet. Die US-Regierung ist aufgefordert, umgehend regulatorische Maßnahmen zur Absicherung der biologischen Sicherheit zu verabschieden.
