Gitar verlässt Stealth-Phase und erhält 9 Millionen
Der Start-up-Unternehmen Gitar, das sich auf den Einsatz von KI-Agenten zur Absicherung von Softwarecode spezialisiert hat, verlässt am Mittwoch die sogenannte Stealth-Phase. Das Unternehmen sicherte sich in einer bisher geschlossenen Finanzierungsrunde 9 Millionen US-Dollar. Die Runde wurde von der Venture-Capital-Gesellschaft Venrock angeführt, an der sich zudem Sierra Ventures beteiligte. Gitar wurde vor zwei Jahren von Ali-Reza Adl-Tabatabai gegründet, einem erfahrenen Technologieexperten, der zuvor bei Intel Labs, Google und Uber tätig war. Die Entstehung von Gitar ist eine direkte Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen, die durch den weitverbreiteten Einsatz von KI in der Softwareentwicklung entstehen. Durch sogenannte „Vibe Coding"-Techniken und KI-generierte Codesysteme entstehen Unternehmen zunehmend massive Mengen an Code, ein Phänomen, das als „Code Overload" bezeichnet wird. Berichte zeigen, dass KI-generierte Codeabschnitte signifikante Probleme wie Fehlermängel und Qualitätsmängel in die Codebasen einbringen können. In der Folge müssen diese Fehler oft von leitenden Ingenieuren aufwendig behoben werden, bevor der Code marktreif ist. Gitar versucht, dieses Problem mit demselben Werkzeug zu lösen, das es verursacht hat: Künstlicher Intelligenz. Das Zwei Jahre alte Unternehmen bietet seinen Plattformdienst über ein Abonnementmodell an. Die Plattform setzt KI-Agenten ein, um eine Vielzahl von Aufgaben zur Sicherung der Codequalität zu übernehmen. Dazu gehören unter anderem automatisierte Code-Reviews und die Verwaltung von Continuous-Integration-Workflows. Dieser Workflow ist ein automatisierter Prozess, bei dem Codeänderungen regelmäßig gemergt und getestet werden, um die Stabilität und Aktualität der Codebasis sicherzustellen. Ein weiteres Merkmal der Plattform ist die Möglichkeit für Entwicklungsteams, eigene Agenten zu erstellen, die im Auftrag des Unternehmens Sicherheits- und Wartungsoperationen durchführen. Adl-Tabatabai, der als Chief Executive Officer fungiert, erklärt gegenüber TechCrunch, dass die Nutzung von KI-Code zu mehr zu prüfendem Code, mehr zu schreibenden Tests und mehr zu diagnostizierenden Integrationsfehlern führt. Die Mission von Gitar sei die „Code-Validierung". Das Unternehmen stellt sicher, dass das in einem Unternehmen Entwickelte wirklich einsatzbereit ist. Während die KI-Generierung den Code erzeugt, sorgt Gitar durch Validierung für Vertrauenswürdigkeit. Das System agiert als Workflow-Agent, der Reviews, Tests und Diagnoseprozesse Ende-zu-Ende orchestriert. Die Zukunftsvision des CEO sieht eine noch umfassendere Rolle der Automatisierung in der Softwareentwicklung vor. Aktuell erfordert der Code, der in die Produktivumgebung gebracht wird, menschliche Überprüfungen, um sicherzustellen, dass nichts Schädliches veröffentlicht wird. Adl-Tabatabai ist überzeugt, dass menschliche Code-Reviews in Zukunft nur noch einen minimalen Teil des Prozesses einnehmen werden. Stattdessen sollen Unternehmen darauf vertrauen, dass die Gitar-Plattform diese Aufgaben übernimmt und ein schnelleres Ausliefern ermöglicht. Der CEO behauptet, ein Validierungs-Agent könne automatisch sicherstellen, dass Code sicher in die Produktion geht, und den Menschen nur in Ausnahmefällen einbeziehen. Obwohl es bereits zahlreiche andere Unternehmen im Bereich der automatisierten Code-Prüfung gibt, möchte sich Gitar durch seinen einzigartigen Fokus auf dieses spezifische Problem abheben. Während der Großteil des Marktes auf die Generierung von Code abzielte, konzentriert sich Gitar auf den Prozess, der nach dem Schreiben des Codes stattfindet. Die neuen Finanzierungsmittel werden genutzt, um die Engineering- und Produktteams auszubauen. Das Unternehmen in San Mateo setzt dabei verstärkt darauf, die Systeme zu entwickeln, die eine skalierbare Bereitstellung seiner Dienste ermöglichen.
