Senat fordert Big Tech zur Vorleistung bei Datenzentren-Stromkosten
US-Senatoren werfen Big Tech vor, durch die rasant wachsende Zahl von Rechenzentren die Stromkosten für Verbraucher massiv zu erhöhen – und fordern nun, dass die Tech-Riesen diese Kosten direkt tragen müssen. In einer neuen Initiative kritisieren die Abgeordneten, dass große Unternehmen wie Amazon, Google und Meta durch den Energieverbrauch ihrer Rechenzentren die Nachfrage nach Strom drastisch steigern, was zu höheren Preisen für Haushalte und Unternehmen führt. Besonders kritisch sehen die Senatoren, dass die Kosten nicht direkt an die Nutzer der Dateninfrastruktur weitergegeben werden, sondern über das Stromnetz und die Tarife auf die breite Bevölkerung abgewälzt werden. Die Zahl der Rechenzentren in den USA ist in den letzten Jahren rasant angestiegen, getrieben von der Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz, Cloud-Diensten und digitalen Plattformen. Diese Einrichtungen verbrauchen immense Mengen an Energie – manche von ihnen mehr als ganze Städte. Doch statt die volle Energiekosten direkt zu tragen, profitieren die Tech-Giganten von günstigen langfristigen Stromverträgen mit Energieversorgern, oft in Regionen mit billigerem Strom, wie z. B. in Texas oder Nord-Virginia. Dadurch entlasten sie sich selbst, während die Folgekosten – etwa durch Netzüberlastungen, Investitionen in Infrastruktur oder Preisanstiege – von der Allgemeinheit getragen werden. Die Senatoren fordern nun eine Reform des Strommarkts, die sicherstellt, dass Big Tech bei der Errichtung und Nutzung von Rechenzentren auch die volle Kostenlast trägt. Dazu gehören Vorschläge für eine „Lastenverteilung“ nach dem Prinzip „Wer nutzt, zahlt“, eine Neuausrichtung der Netzentgelte und möglicherweise eine zusätzliche Steuer auf den Energieverbrauch großer Datenzentren. Zudem wird die Einführung von Transparenzpflichten diskutiert, die Unternehmen verpflichten, ihren Energieverbrauch und deren Auswirkungen auf die Strompreise öffentlich zu melden. Die Forderung stößt auf Widerstand aus der Tech-Branche, die betont, dass Rechenzentren auch Arbeitsplätze schaffen und die digitale Wirtschaft stärken. Gleichzeitig räumen Experten ein, dass der Energieverbrauch der Branche unvermeidlich steigen wird – vor allem mit dem Aufschwung von KI-Modelle, die riesige Rechenleistung erfordern. Die Senatoren argumentieren jedoch, dass die gesellschaftlichen Kosten zu hoch seien, wenn die Branche weiterhin von Subventionen und unverhältnismäßigen Vorteilen profitiere, während die Bevölkerung die Rechnung zahlt. Industrieanalysten sehen in der Debatte einen Wendepunkt: „Die Zeiten, in denen Tech-Unternehmen ihre Energiekosten hinter dem Netz verstecken konnten, sind vorbei“, sagt ein Experte der Brookings Institution. „Die politische Aufmerksamkeit wächst, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis regulatorische Maßnahmen folgen.“ Big Tech-Unternehmen wie Google und Meta haben bereits angekündigt, in erneuerbare Energien zu investieren und ihre Energieeffizienz zu steigern. Doch Kritiker betonen, dass dies nicht ausreiche, solange die Kostenstruktur nicht grundlegend umgestellt wird. Die Senatoren warnen, dass ohne Eingriff die Energiekosten für US-Verbraucher weiter steigen und die Energiewende gefährdet werden könnte. Die Debatte wird in den kommenden Monaten weiter an Schärfe gewinnen – und könnte zu einer der zentralen Fragen im Kampf um nachhaltige und faire Energiepolitik in den USA werden.
