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Medizin

Arzt nutzt KI-Chatbot für Krebsdiagnose und investiert

Die Integration spezialisierter KI-Assistenten in die Onkologie gewinnt durch persönliche Nutzererfahrungen und erste Markterfolge zunehmend an Bedeutung. Ein prominentes Beispiel ist der Fall von Dr. Munjal Shroff, Psychiater aus Atlanta, der im Herbst 2025 seine Ehefrau bei der Bewältigung einer seltenen T-Zell-Lymphom-Erkrankung unterstützte. Nach wochenlangen Symptomen und unklaren Verdachtsdiagnosen suchte Shroff nach einer spezialisierten medizinischen KI. Er stieß auf Healz AI, einen chatbasierten Assistenten für Krebspatienten, der im Vorjahr im Betatest gestartet war. Die Anwendung empfahl eine zweite Meinung bei der University of Texas MD Anderson Cancer Center, was schließlich zur korrekten Diagnose führte. Shroff, der die Software während des gesamten Behandlungsverlaufs zur Einordnung von Chemotherapieoptionen nutzte, verlässt sich weiterhin auf das Tool und hat in das Start-up investiert. Healz AI wurde von Igor Demishev und Alex Plat gegründet und verfolgt das Ziel, komplexe onkologische Fallstricke durch gezielte KI-Unterstützung zu reduzieren. Das System verzichtet auf ein eigenes Foundation-Modell und basiert stattdessen auf etablierten Sprachmodellen, die um ein spezialisiertes Arbeitsspeicher- und Workflow-System erweitert wurden. Ein besonderes Merkmal ist der sogenannte Root-Cause-Modus, der das Modell anweist, bis zu zwanzig Folgefragen zu Symptomen zu stellen, bevor es Schlussfolgerungen zieht, um typische KI-Fehler wie eine zu große Anpassungsbereitschaft zu vermeiden. Die technische Expertise hinter dem Projekt wird maßgeblich durch Alexey Dosovitskiy gestärkt, Co-Gründer von Recursive Superintelligence und ehemaliger Google-Forscher, der als Business Angel in Healz AI investierte. Dosovitskiy betont, dass die zugrundeliegende Technologie ausgereift genug sei, um nun lebensrettende Produkte zu entwickeln. Die Marktentwicklung zeigt erste positive Signale: Von Juni bis August verdoppelte sich der wiederkehrende Umsatz monatlich, sodass das Unternehmen Anfang September einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz von hunderttausend Dollar verzeichnete. Die Nutzermanagementdaten belegen hohe Bindungsraten: Fünfundneunzig Prozent der aktiven Nutzer sind Krebspatienten, die monatliche Retention liegt bei siebzig Prozent. Die Gründer betonen, dass Healz AI menschliche Ärzte nicht ersetzen, sondern als Entscheidungsunterstützung und Navigationshilfe dienen soll. Shroff bestätigt diesen Ansatz und warnt gleichzeitig vor einer vollständigen Automatisierung; die KI diene der Vorbereitung und Bestätigung, während die finale klinische Beurteilung weiterhin beim behandelnden Personal liegen müsse. Mit weiteren Finanzierungsrunden geplant, markiert Healz AI einen konkreten Schritt hin zu spezialisierten, patientenzentrierten Gesundheits-KI-Anwendungen, die Lücken im bestehenden onkologischen Versorgungssystem schließen sollen.

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