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KI in der Forschungsbeurteilung: UK-Report zeigt Wachstum, aber auch Skepsis

Ein neuer Bericht des University of Bristol zeigt, dass generative KI (GenAI) bereits in einigen britischen Hochschulen zur Beurteilung der Forschungsqualität eingesetzt wird – und dies könnte künftig die gesamte Forschungsevaluation im Land, insbesondere im Rahmen des Research Excellence Framework (REF), transformieren. Der REF bestimmt jährlich die Verteilung von rund 2 Milliarden Pfund an öffentliche Forschungsgelder an Hochschulen. Die letzte Ausgabe 2021 verursachte Kosten von etwa 471 Millionen Pfund, wobei die Vorbereitungen für die nächste Runde, REF2029, erheblich teurer werden sollen. Der Bericht untersuchte 16 Hochschulen, darunter Mitglieder der Russell Group und post-92-Universitäten, und fand heraus, dass GenAI in unterschiedlichem Maße eingesetzt wird: von der Erstellung von Wirkungskasus über die automatisierte Sammlung von Beweismaterial bis hin zu internen KI-Tools zur Bewertung und Scoring von Forschungsleistungen. Die Nutzung variiert stark – abhängig von Ressourcen, Expertise und institutioneller Infrastruktur. Trotz des technologischen Potenzials gibt es erhebliche Bedenken. Eine Umfrage unter fast 400 Wissenschaftlern und Verwaltungsmitarbeitern ergab, dass zwischen 54 % und 75 % der Befragten KI-Tools in mindestens einem Teil des REF-Prozesses ablehnen, besonders in den Fächern der Geistes- und Sozialwissenschaften. Die einzige Ausnahme: 23 % zeigten Interesse an KI-Unterstützung bei der Erstellung von Wirkungskasus. Führende Hochschulmanager äußern sich ambivalent: Einige sehen KI als unvermeidliche Zukunft, andere warnen vor einer „KI-Blase“ und mangelndem Vertrauen in die Technologie, insbesondere bei Personal ohne Erfahrung mit KI. Die Studie betont, dass die Einführung von KI in die Forschungsevaluation nicht nur Chancen, sondern auch neue Risiken birgt – wie ungleiche Zugänglichkeit, fehlende Transparenz und vermeintliche Verfälschung der Objektivität. Die Autoren fordern dringend eine nationale Governance-Struktur: klare, transparente Richtlinien für den verantwortungsvollen Einsatz von KI im REF, institutionelle KI-Politiken, Schulungen für Mitarbeiter und Sicherheitsmaßnahmen. Besonders wichtig sei ein gemeinsamer, hochwertiger KI-Plattformzugang für alle Hochschulen, um die bestehende Ungleichheit zwischen gut finanzierten und unterfinanzierten Institutionen zu verringern. Der Bericht plädiert für eine standardisierte, offene und nachvollziehbare Nutzung, um faire und verlässliche Bewertungen zu gewährleisten. Experten wie Dr. Steven Hill von Research England warnen vor Haste und Komplizenschaft, fordern aber auch eine kooperative, ethisch fundierte Herangehensweise. Professor Guy Poppy von der Universität Bristol betont, dass die britische Forschungslandschaft mit ihrer führenden Rolle in der KI-Forschung eine Schlüsselposition für die Gestaltung der Zukunft der Forschungsevaluation einnimmt. Der Bericht „REF-AI“ liefert eine evidenzbasierte Grundlage für eine nachhaltige, gerechte und transparente Reform des REF – eine Chance, die britische Forschungsqualität nicht nur zu messen, sondern auch zu stärken. Die globale Entwicklung zeigt, dass ähnliche Bewertungssysteme in Australien und Neuseeland abgeschafft wurden – ein Zeichen dafür, dass nationale Forschungsevaluationen an ihre Grenzen stoßen. GenAI ist nicht die perfekte Lösung, aber ein notwendiger Bestandteil der notwendigen Reform, die der UK in der Lage ist, voranzutreiben.

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