Cerebras-Aktie fällt nach Quartalszahlen und Margenprognose
Am 25. Juni stürzte die Aktie des KI-Chipunternehmens Cerebras Systems mittwochs um fast 20 % ab und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem Börsengang, wobei sie nahezu an den Ausgabepreis des IPO herankam. Überraschenderweise lagen die am Dienstag veröffentlichten ersten Finanzkennzahlen nach der Notierung jedoch über den Markterwartungen – der Umsatz im ersten Quartal belief sich auf 193 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 94 % gegenüber dem Vorjahr entspricht; das Nettoverlustvolumen schrumpfte auf 14 Millionen US-Dollar, verglichen mit 23,9 Millionen US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Auslöser für die Veräußerungswelle war die Guidance zur Bruttomarge von Cerebras. Das Unternehmen erwartet eine Kern-Geschäftsmarge zwischen 38 % und 41 %, deutlich unter dem tatsächlichen Wert von 47 % im ersten Quartal. Diese Ankündigung einer „Gewinnspannen-Kontraktion“ erschütterte das Anlegervertrauen. Dazu erklärte Andrew Feldman, CEO von Cereabras, in einem Interview mit CNBC, dass Investoren die Marge-Leitlinie falsch interpretiert hätten. Er erläuterte, dass das Unternehmen vorübergehend einen Teil seiner eigenen Geräte von einem großen Kunden zurückmiete, um bereits früher Rechenkapazität auf den Markt zu bringen, bevor die Errichtung eigener Datenzentren abgeschlossen sei. Diese strategische Maßnahme werde zwar kurzfristig die Gewinnspanne dieses Jahres komprimieren, stelle aber nur eine temporäre Anpassung während des Produktionshochlaufs dar. Analysten sehen die eigentliche Herausforderung bei Cerearas darin, wie man in der Phase explosiv wachsender Nachfrage nach KI-Rechenleistung ein Gleichgewicht zwischen kurzfristigen Gewinnen und langfristiger Expansion findet.
