Google warnt vor Zusammenbruch von Suchmaschinen bei strengen AI-Regeln
Google warnt vor einer „Zerstörung von Search“, während der Druck auf die Zukunft des Webs zunimmt. Nachdem die britische Wettbewerbsbehörde CMA neue Regeln vorgeschlagen hatte, die Google dazu verpflichten sollen, Content-Erstellern mehr Kontrolle über die Nutzung ihrer Inhalte in KI-Features wie AI Overviews und AI Mode zu geben, reagierte Google mit einer Warnung: strenge Kontrollen könnten das Kernprodukt des Unternehmens gefährden. Die KI-Integration in Search sei seit über einem Jahrzehnt entscheidend für die Funktionalität des Suchmaschinen-Systems – sie helfe bei der Rangfolge von Ergebnissen und der sinnvollen Ausgabe relevanter Links. Google betont, dass Suchen und KI heute untrennbar miteinander verbunden seien. Eine strikte Trennung, etwa durch separate Crawling-Systeme für Suchmaschinen und KI, könnte die Effizienz der Suche beeinträchtigen und zu einer fragmentierten, verwirrenden Benutzererfahrung führen. Trotz dieser Warnung kündigte Google an, neue Kontrollmechanismen zu entwickeln, die Webseiten erlauben sollen, sich gezielt von KI-generierten Suchergebnissen auszuschließen. Dies stellt eine deutliche Kurskorrektur dar, da Google bislang gegen solche Anforderungen angekämpft hatte. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass der Schutz der Suchfunktion Priorität habe: „Jede neue Regelung muss verhindern, dass Search auf eine Weise gebrochen wird, die Benutzer verwirrt oder die Entdeckbarkeit von Websites gefährdet.“ Die Debatte dreht sich um die Zukunft des offenen Webs: Verlage argumentieren, dass KI-Zusammenfassungen die Quelle ihrer Inhalte ersetzen, statt sie zu verlinken – ein Bruch des langjährigen Geschäftsmodells, bei dem Inhalte kostenlos zugänglich sind, um Traffic und Werbeeinnahmen zu generieren. Google dagegen befürchtet, dass eine zu starke Trennung zwischen Such- und KI-Crawling zu schlechteren Ergebnissen führen könnte, da KI-Systeme auf umfassenden Daten basieren müssen, um sinnvolle Antworten zu liefern. Cloudflare-Chef Matthew Prince begrüßt die CMA-Vorschläge als Schritt in die richtige Richtung, sieht aber erhebliche Lücken. Er fordert eine klare Trennung zwischen dem Crawling für Suchmaschinen und dem für KI-Systeme, um Transparenz und Wettbewerb zu gewährleisten. „Die CMA sollte Google verpflichten, die gleichen Regeln zu befolgen wie alle anderen – das ist kein komplexes Problem, sondern eine Selbstverständlichkeit“, sagt er. Ohne solche Maßnahmen bleibe die KI-Entwicklung in den Händen eines einzigen Players, was Innovation und Marktvielfalt gefährde. Die CMA-Lobbyphase läuft bis zum 25. Februar. Ob die Regulatoren einen Kompromiss finden, der sowohl Inhaltsrechte schützt als auch die Integrität von Search bewahrt, könnte entscheidend für die Zukunft von Google im Vereinigten Königreich und für die Struktur des globalen Webs sein. In der Branche wird die Debatte als kritischer Moment für die Balance zwischen Innovation, Urheberrecht und offener Information angesehen. Google bleibt weiterhin der dominierende Akteur in der Suchmaschinenlandschaft, während neue Regulierungsansätze die Machtstrukturen im digitalen Ökosystem neu definieren könnten.
