Google Gemini generiert in Slides nur eine Folie gleichzeitig
Trotz mehrerer Jahre im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz bleibt Google Gemini bei der Erstellung von Präsentationen hinter den Erwartungen zurück. Obwohl Google mit Modellen wie Gemini Ultra und anderen eigenen LLMs (Large Language Models) auf den weltweiten Benchmark-Leaderboards wie LMArena regelmäßig an vorderster Front steht, zeigt sich eine deutliche Lücke in der praktischen Anwendung: Die Integration von KI in Google Slides bleibt rudimentär. Nutzer können Gemini zwar über einen Sidebar-Button aktivieren, doch wenn sie einen Prompt wie „Erstelle eine Präsentation über den Aufstieg der KI-Nutzung in den letzten fünf Jahren“ eingeben, reagiert das System nur mit einem einzelnen Slide – und zwar oft ohne vollständige Inhaltsstruktur oder logische Fortführung. Es verweigert jegliche Ausführung einer mehrseitigen Präsentation, selbst wenn dies explizit angefordert wird. Dies steht im Kontrast zu Konkurrenten wie Microsoft PowerPoint mit Copilot, das bereits komplexe, strukturierte Slide-Decks mit Übersichten, Inhaltsverzeichnissen, Designvorschlägen und sogar Animationsideen automatisch generieren kann. Auch Tools wie Gamma.app oder Tome.io bieten bereits eine nahtlose KI-gestützte Präsentationserstellung, bei der Nutzer einen einfachen Prompt eingeben und eine vollständige, professionell gestaltete Präsentation erhalten – oft innerhalb von Sekunden. Die Limitierung von Gemini auf eine einzige Folie deutet auf eine strategische oder technische Hemmschwelle hin. Möglicherweise liegt es an der Komplexität der Datenverarbeitung, der Integration von Design- und Layout-Logik oder an der Priorisierung anderer KI-Funktionen. Doch für viele Nutzer, insbesondere in Bildung, Unternehmensberatung oder Marketing, ist die Fähigkeit, eine komplette Präsentation auf Knopfdruck zu erstellen, entscheidend. Google scheint hier eine klare Marktlücke zu übersehen, obwohl es über die technische Grundlage verfügt. Industrieexperten kritisieren die Situation als „verpasste Gelegenheit“ – besonders angesichts der Tatsache, dass Google über eine der weltweit führenden KI-Infrastrukturen verfügt. Analysten vermuten, dass die Einschränkung weniger technischer Natur sei, sondern eher auf internen Prioritäten oder einem vorsichtigen Ansatz bei der Integration von KI in produktive Arbeitsabläufe beruhe. Für Unternehmen, die auf Google Workspace setzen, bedeutet dies, dass sie weiterhin auf Drittanbieter-Tools ausweichen müssen, um KI-gestützte Präsentationen effizient zu erstellen. Google selbst bleibt stumm zu den genauen Gründen, doch die Nachfrage nach einer verbesserten KI-Integration in Slides wächst. Mit der kontinuierlichen Entwicklung von Gemini und der zunehmenden Integration von KI in Google Workspace könnte sich dies bald ändern – doch aktuell bleibt die Plattform hinter ihren eigenen technischen Möglichkeiten zurück.
