AI-Dating-App Ditto sichert 9,2 Millionen Dollar Seed-Finanzierung ein
Das AI-Dating-Startup Ditto, gegründet von den UC-Berkeley-Absolventen Eric Liu und Allen Wang, hat eine Seed-Finanzierung von 9,2 Millionen US-Dollar abgeschlossen, angeführt von dem Risikokapitalunternehmen Peak XV. Die beiden 23-jährigen Unternehmer wollen durch künstliche Intelligenz die Dating-Experience für Studierende neu definieren – nicht durch endloses Scrollen, sondern durch gezielte, vernetzte Begegnungen im echten Leben. Nutzer erstellen kein klassisches Profil, sondern kommunizieren direkt per Text mit einem AI-Chatbot, der ihre Vorlieben, Interessen und „Typen“ erfasst. Jede Woche am Mittwoch erhalten sie eine Nachricht mit einem potenziellen Match, inklusive eines personalisierten Datenvorschlags. Nach dem Treffen sammelt Ditto Feedback, das als Datenquelle für zukünftige Paarungen dient. Die Plattform betont, dass sie „die Menschen zurück in die echte Welt“ bringen will – eine Reaktion auf die Überlastung durch traditionelle Dating-Apps. Ditto wurde Anfang 2025 gestartet und hat mittlerweile etwa 42.000 Nutzer an mehreren kalifornischen Hochschulen. Die jüngste Finanzierung soll vor allem in die Rekrutierung von Talenten im Bereich KI und Wachstum sowie in Marketinginvestitionen fließen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen zehn Mitarbeiter. Obwohl das Angebot derzeit kostenlos ist, arbeitet das Team an einer zukünftigen Monetarisierung und untersucht, wie viel Nutzer bereit wären, für organisierte Dates zu zahlen. Ein besonderer Wachstumsansatz sind exklusive Events – etwa Yacht-Partys, wie eine am Valentinstag in Los Angeles, bei denen 100 Studierende direkt auf der Party registriert und in 50 Paare gepaart werden. Die Pitch-Deck-Präsentation zeigt eine klare Vision: Eine Rückkehr zu authentischen Beziehungen durch AI-basierte „Vibe-Matching“. Statt auf Oberflächenmerkmale wie Fotos oder Altersangaben zu setzen, analysiert die KI tieferliegende Werte wie Humor, Lebensphilosophie und Kommunikationsstil. Die Plattform präsentiert sich mit einer nostalgischen, videogame-ähnlichen Ästhetik – inspiriert von Super Mario Bros. – und positioniert sich als die Zukunft des Datings. Der Deck betont, dass Apps wie Tinder „primitiv“ seien und dass AI-Agenten, die Termine planen, der nächste Schritt sind. Ditto ist Teil einer wachsenden Trendwelle: Andere Startups wie Sitch, Known und Amata haben ebenfalls Milliarden in AI-Dating-Technologie investiert. Auch etablierte Plattformen wie Tinder und Bumble testen KI-Funktionen, um Nutzerbindung zu stärken. Die Zielgruppe bleibt dabei vor allem die Generation Z – junge, technikaffine Studierende, die schnell neue Tools annehmen. Mit seinem Fokus auf Beziehungstiefe, persönliche Interaktionen und datengetriebene Paarungen könnte Ditto einen Nischenplatz im sich wandelnden Dating-Markt besetzen. Branchenexperten sehen in Ditto ein vielversprechendes Modell, das die Grenzen zwischen KI und menschlicher Verbindung neu definiert. „Sie adressieren eine echte Sehnsucht nach authentischer Verbundenheit“, sagt ein Analytiker aus dem Tech-Startup-Sektor. „Wenn sie ihre KI-Transparenz und Datenschutzmaßnahmen halten, könnten sie eine neue Ära des Datings einleiten.“ Die beiden Gründer, die selbst als Studenten die Einsamkeit im Campus-Leben erlebt haben, wollen nicht nur eine App bauen – sondern eine Kultur der Beziehungsförderung.
