Pierre Fabre und Iktos kooperieren in der onkologischen Arzneimittelentwicklung mit KI
Pierre Fabre Laboratories und Iktos haben eine integrierte Zusammenarbeit im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) für die Arzneimittelentwicklung in der Onkologie angekündigt. Ziel des Projekts ist die schnelle Identifizierung und Entwicklung neuartiger kleiner Moleküle gegen ein bisher nicht offengelegtes onkologisches Ziel. Iktos setzt dabei seine KI-gestützte generative Design-Plattform ein, um Moleküle zu entwerfen, die optimale Eigenschaften für Wirksamkeit, Sicherheit und Pharmakokinetik aufweisen. Pierre Fabre bringt dagegen umfangreiche Expertise in Onkologie-Forschung, präklinischer Entwicklung und klinischer Translation ein, um die Auswahl und Weiterentwicklung der Kandidaten zu steuern. Die finanziellen Bedingungen der Kooperation wurden nicht offengelegt, umfassen jedoch eine Anzahlung und mehrere Meilensteinzahlungen. Die Partnerschaft markiert einen zentralen Schritt im Ausbau von Pierre Fabres KI-getriebener Forschungs- und Entwicklungsstrategie, die auf die Verbesserung der Erfolgschancen und Beschleunigung der Arzneimittelentwicklung abzielt. Audrey Kauffmann, Leiterin Data Science und Biometrie bei Pierre Fabre Medical Care R&D, betont, dass die Integration von Iktos’ KI- und automatisierten Chemie-Technologien die digitale Transformation der Forschung vorantreibt. Olivier Geneste, Leiter des Drug Discovery bei Pierre Fabre, sieht in der Kooperation eine Chance, die Entdeckung innovativer Therapien für ungedeckte Bedürfnisse von Krebspatienten zu beschleunigen und zu sichern. Yann Gaston-Mathé, CEO von Iktos, unterstreicht die ideale Komplementarität zwischen der KI-Expertise seines Unternehmens und der tiefen wissenschaftlichen und klinischen Erfahrung von Pierre Fabre. Gemeinsam soll ein effizientes System geschaffen werden, das die Entwicklung onkologischer Wirkstoffe signifikant beschleunigt. Pierre Fabre verfügt über ein starkes Onkologie-Portfolio, das aktuell mehrere präklinische und klinische Programme umfasst, darunter mutanten-spezifische EGFR-Inhibitoren (PFL-241, PFL-721), den MET-Inhibitor PFL-002 und den pan-RAF-Inhibitor Exarafenib. Zudem arbeitet das Unternehmen mit Vernalis und RedRidge Bio an neuen Entwicklungsansätzen, darunter biparatopische Antikörper. Im Jahr 2024 erzielte die Onkologie-Sparte 520 Millionen Euro Umsatz, wovon 88 % aus dem internationalen Geschäft stammten. Mit einem R&D-Budget von 219 Millionen Euro – davon 60 % für gezielte Onkologika – setzt das Unternehmen auf langfristige Innovation. Iktos, gegründet 2016, ist ein globaler Pionier in der KI- und Robotik-basierten Arzneimittelentwicklung. Die Firma verfügt über über 60 erfolgreiche Projekte und baut ihre Plattform durch Akquisitionen wie Synsight (2024) und Förderung durch die Europäische Innovationsrate (EIC) (2025) weiter aus. Die Kooperation mit Pierre Fabre unterstreicht die wachsende Bedeutung von KI in der präklinischen Forschung, insbesondere in der Onkologie, wo die Entwicklungszeit und -kosten traditionell hoch sind. Industriebeobachter sehen in der Partnerschaft ein Musterbeispiel für die effektive Synergie zwischen pharmazeutischer Expertise und KI-Technologie. Die Integration automatisierter Synthese und intelligenter Moleküldesign-Tools könnte die klassische, langwierige Entwicklungsphase erheblich verkürzen. Für Pierre Fabre ist die Kooperation zudem ein strategischer Schritt, um seine Unabhängigkeit und langfristige Vision zu stärken – getragen von einer Stiftung, die 35 Gesundheitsprogramme in den am wenigsten entwickelten Ländern unterstützt. Die Zusammenarbeit könnte nicht nur neue Therapien beschleunigen, sondern auch den Zugang zu innovativen Krebsbehandlungen weltweit verbessern.
