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AI-Trainingsfirmen heben Milliarden ein – Menschen bleiben gefragt

Die Boom der KI-Chatbot-Entwicklung hat einen unerwarteten Effekt: Menschen sind wieder gefragter denn je. Während KI-Systeme ursprünglich als Ersatz für menschliche Arbeit gedacht waren, werden heute spezialisierte Gig-Arbeiter massiv nachgefragt, um KI-Modelle zu trainieren. Diese „Human Data Trainers“ korrigieren, bewerten und optimieren Antworten von Chatbots – etwa in Bereichen wie Finanzen, Recht, japanischer Kultur oder Humor. Inzwischen verdienen sie bis zu 100 Dollar pro Stunde, wobei Spezialisten bei Plattformen wie Surge AI oder Mercor sogar über 200 Dollar pro Stunde verdienen können. Unternehmen, die diese menschliche Expertise vermitteln, erleben eine rasante Aufwärtsentwicklung. Scale AI, gegründet 2016 in San Francisco, ist einer der Pioniere mit über 300.000 Gig-Arbeitern über seine Plattformen Outlier und Remotasks. Nachdem Meta 49 % an dem Unternehmen für 14,3 Milliarden Dollar erwarb und CEO Alexandr Wang in dessen Superintelligence-Team holte, kam es zu einem Kundenabzug und Stellenabbau. Dennoch bleibt Scale AI ein bedeutender Akteur, auch wenn es derzeit unprofitabel ist. Surge AI, gegründet 2020, hat sich als besonders erfolgreich erwiesen: Ohne Venture-Capital-Finanzierung erreichte das Unternehmen 2023 1,2 Milliarden Dollar Umsatz. CEO Edwin Chen, der 75 % hält, ist laut Forbes nun mit 18 Milliarden Dollar reich, während die Firma eine Bewertung von 24 Milliarden Dollar erreicht – potenziell sogar 30 Milliarden bei einem weiteren Finanzierungsrunden. Surge AI beschäftigt über eine Million Menschen, die mit KI-Modellen arbeiten, und zahlt durchschnittlich über 40 Dollar pro Stunde. Neuere Start-ups wie Mercor (2023 gegründet) nutzen KI-Interviews, um geeignete Trainer zu finden. Der 22-jährige CEO Brendan Foody sagt, dass die durchschnittliche Vergütung bei 95 Dollar pro Stunde liegt. Mercor strebt eine Bewertung von über 10 Milliarden Dollar an. Auch Handshake, ursprünglich ein Job-Plattform für Gen Z, erweiterte sich in den Bereich KI-Training und zahlt bis zu 175 Dollar pro Stunde. Turing fokussiert sich auf technische Talente wie Software-Entwickler und ist profitabel mit einem Umsatzlaufzeit von 300 Millionen Dollar. Invisible Technologies, das OpenAI bei der Entwicklung von ChatGPT unterstützte, hat kürzlich 100 Millionen Dollar bei einer Bewertung über zwei Milliarden Dollar aufgebracht. Weitere Player wie Snorkel AI (1,3 Milliarden Dollar), Labelbox („Unicorn“-Bewertung) und Micro1 (500 Millionen Dollar) zeigen, dass der Markt stark wächst. Auch Appen, ein etablierter Anbieter mit Sitz in Australien, arbeitet mit Meta, Nvidia und Salesforce zusammen, hat aber an Wert verloren – sein Aktienkurs ist um über 70 % gefallen. GlobalLogic, Tochter von Hitachi, ist ebenfalls im Bereich KI-Training tätig. Insgesamt zeigt sich: Die KI-Revolution schafft nicht nur neue Technologien, sondern auch neue Arbeitsformen – und zwar mit hohen Einkommen für Fachkräfte. Experten sehen in diesem Trend eine nachhaltige Entwicklung, besonders da neue Anwendungsfelder wie Robotik, medizinische KI und juristische Systeme die Nachfrage weiter anheizen werden. Die Zahl der Human-Trainer wird voraussichtlich in den kommenden Jahren um das Zehnfache steigen, so Ali Ansari von Micro1. Die Branche ist noch jung, aber bereits ein wichtiger Baustein der KI-Ökonomie. Die jüngsten Milliardärs-Gründungen – wie Chen, Wang oder Foody – verdeutlichen, dass der Markt nicht nur für Tech-Labs, sondern auch für Gründer und Arbeitnehmer lukrativ ist. Die Zukunft der KI hängt nicht nur von Algorithmen ab, sondern entscheidend von menschlicher Intelligenz, Kreativität und Kontextwissen.

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