OpenClaw-Schöpfer kritisiert EU-Vorschriften und zieht in die USA
Peter Steinberger, der Schöpfer des agentenbasierten KI-Tools OpenClaw, hat die europäischen Regulierungsbedingungen scharf kritisiert und zugleich seine Entscheidung bestätigt, von Europa in die USA zu wechseln. Der österreichische Technologe, der zuvor zwischen London und Wien pendelte, wurde kürzlich von OpenAI angeheuert und wird nun in den Vereinigten Staaten leben und arbeiten. Auf der Plattform X reagierte er auf Kritik an Europas Mangel an großflächigen Tech-Hotspots, indem er konkrete Gründe für den Abfluss von Talenten nannte. Laut Steinberger fühlen sich in den USA die meisten Menschen technologiebegeistert und unterstützend, während in Europa oft mit moralisierenden Argumenten und strengen Vorschriften reagiert werde. Er kritisierte insbesondere die europäischen Arbeitsgesetze, die es ihm unmöglich machen würden, ein Unternehmen in der von ihm gewünschten Form aufzubauen. So arbeiteten bei OpenAI die meisten Mitarbeiter sechs bis sieben Tage die Woche und würden entsprechend entlohnt – eine Praxis, die in vielen europäischen Ländern rechtlich nicht zulässig wäre. Diese Unterschiede, so Steinberger, behindern die Innovationskraft und machen es schwer, agil und wettbewerbsfähig zu bleiben. Sein Urteil untermauert eine tiefgreifende Diskussion über die Wettbewerbsfähigkeit Europas im globalen Tech-Kampf. Während die Niederlande mit ASML den wertvollsten europäischen Technologiekonzern besitzt – mit einer Marktkapitalisierung von etwa 550 Milliarden US-Dollar – gibt es in den USA zehn Unternehmen mit einem Wert von mehr als einer Billion Dollar, und die meisten davon sind Technologiekonzerne wie Apple, Microsoft, Amazon oder Nvidia. Ein wegweisender Bericht der EU aus dem Jahr 2024 hatte erkannt, dass Europa in der Innovationskraft hinter den USA zurückgefallen ist, und mehrere Reformvorschläge vorgeschlagen. Doch bis Ende 2025 wurden nur wenige dieser Empfehlungen umgesetzt. Steinberger zeigte sich skeptisch gegenüber dem Projekt EU INC, einem Versuch, ein einheitliches Unternehmensrecht für die gesamte EU zu schaffen. Auf X schrieb er, dass das Vorhaben „verfließe“ und durch nationale Eigeninteressen und Kompromisse abgeschwächt werde, was letztlich allen schadet. Die Kritik von Steinberger spiegelt ein breiteres Problem wider: Die europäische Technologieindustrie leidet unter regulatorischen Hemmnissen, bürokratischen Hürden und einem oft risikoaversen Klima, das Talente wie ihn in die USA zieht. Für viele Experten ist der Weg zur Stärkung der europäischen Tech-Szene nicht nur eine Frage von Investitionen, sondern auch von kulturellen und institutionellen Veränderungen – eine Herausforderung, die die EU noch vor sich hat.
