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Microsoft hängt stärker von OpenAI ab als umgekehrt

Microsofts Abhängigkeit von OpenAI ist deutlich größer als die Umgekehrte – ein Fakt, der im Kontext der jüngsten Zahlen für das zweite Quartal des Fiskaljahres 2026 auffällt. Mit einem Umsatzrückstand (backlog) von 625 Milliarden US-Dollar ist OpenAI für 45 Prozent, also 281,3 Milliarden Dollar, verantwortlich. Dieser Betrag stammt aus einem neuen Vertrag, der im Oktober 2025 unterzeichnet wurde und den Rückstand um 250 Milliarden Dollar erhöhte. Obwohl die exakte Laufzeit dieser Verpflichtung nicht bekannt ist, deutet die massive Investition von OpenAI in Infrastruktur bei Oracle, CoreWeave, Nvidia und AMD sowie die Finanzierung durch SoftBank darauf hin, dass der Großteil der Azure-Nutzung in den nächsten sieben Jahren bei Microsoft bleibt. Die CFO Amy Hood betonte, dass der nicht-OpenAI-Teil des Backlogs um 28 Prozent wuchs – ein klarer Hinweis auf die Dominanz von OpenAI im Wachstum des Cloud-Geschäfts. Für Microsoft bedeutet dies eine strategische Abhängigkeit: Während OpenAI massiv auf Azure angewiesen ist, um seine KI-Modelle zu trainieren und zu betreiben, hängt Microsofts Cloud-Wachstum stark von diesem einen Kunden ab. Die Investitionen in Rechenzentren sind enorm – 37,5 Milliarden Dollar im Quartal, mit erwarteten Kapitalkosten von 100 bis 125 Milliarden Dollar im Jahr 2026. Gleichzeitig will Microsoft die Rechenzentrums-Kapazität bis Ende 2027 verdoppeln. Obwohl Microsoft betont, dass es viele GPUs intern nutzt – für eigene KI-Modelle, Copilot-Anwendungen und Microsoft Foundry – und nicht ausschließlich an Dritte vermietet, bleibt die Kritik an der langsamen Azure-Wachstumsrate bestehen. Wall Street reagiert skeptisch, obwohl die tatsächliche GPU-Nutzung für externe Kunden bereits bis zum Ende der technischen Lebensdauer (sechs Jahre) ausgebucht ist – ein Indiz für nachhaltige Einnahmen. Die Zahlen für Q2 2026 zeigen ein Gesamtumsatzwachstum von 16,7 Prozent auf 81,27 Milliarden Dollar, mit einem Betriebsergebnis von 38,28 Milliarden Dollar. Besonders stark ist der Intelligent Cloud-Bereich mit 32,91 Milliarden Dollar Umsatz (+28,8 %) und 13,78 Milliarden Dollar Betriebsergebnis. Nach eigener Schätzung erzielte der reine Azure-Cloud-Bereich 21,95 Milliarden Dollar Umsatz und 9,72 Milliarden Dollar Betriebsergebnis – ein Wachstum von 44,8 Prozent. Der „echte“ Systems-Bereich von Microsoft – bestehend aus Windows Server-Software und Azure-Rechenleistung – erzielte 22,58 Milliarden Dollar Umsatz (+31,9 %) und 9,52 Milliarden Dollar Betriebsergebnis. Diese Zahlen unterstreichen, dass Microsofts Kerngeschäft zunehmend in der Cloud und der Infrastruktur liegt. Industriebeobachter sehen die Situation kritisch: OpenAI ist zwar ein strategischer Partner, aber auch ein Risiko. Wenn OpenAI in Zukunft auf andere Cloud-Anbieter ausweichen sollte, könnte Microsofts Cloud-Wachstum stark leiden. Gleichzeitig ist die KI-Integration in Windows und Office weiterhin unklar – viele Nutzer schalten Copilot-Funktionen ab. Dennoch bleibt Microsofts Vision von einer breiten KI-Diffusion über alle Technologie-Schichten stark: CEO Satya Nadella betont, dass der AI-Bereich bereits größer sei als einige der traditionellen Geschäftssegmente, die Jahrzehnte aufgebaut wurden. Zusammenfassend ist Microsoft zwar technologisch führend und finanziell stark, doch seine Abhängigkeit von einem einzigen KI-Partner – OpenAI – macht das Geschäftsmodell anfällig. Die hohe Investition in Infrastruktur wird durch OpenAI finanziert, doch langfristig hängt der Erfolg davon ab, ob Microsoft seine KI-Ökosysteme breiter aufbauen kann – und ob Nutzer tatsächlich bereit sind, für diese Dienste zu zahlen.

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