Patreon blockt KI-Scraper aktiv
Patreon hat seine Strategie im Umgang mit künstlicher Intelligenz deutlich verschärft und stoppt fortan das passive Anfragen an Scraping-Bots, um stattdessen den aktiven Zugriff auf seine Plattform zu unterbinden. Das Creator-Membership-Netzwerk arbeitet hierfür eng mit dem Internet-Infrastruktur-Anbieter Cloudflare zusammen, um automatisierte Abrufe zu Schulungszwecken direkt zu blockieren. Diese Verschärfung wurde notwendig, da die Techniken zum Ausspähen von Inhalten seit der ersten Gegenmaßnahme im Jahr 2023 deutlich raffinierter wurden. Zudem haben neu eingeführte Entdeckungsfunktionen wie der überarbeitete Home Feed und die kurznachrichtenähnlichen Quips dazu geführt, dass mehr Inhalte im Netz auffindbar sind, was das Risiko einer unbefugten Datenerfassung erhöhte. Bisher verließ sich Patreon auf die Standard-Konvention robots.txt, um Scraping-Agenten lediglich um Respekt für die Inhalte zu bitten. Wie interne Tests zeigten, ignorierten die meisten Training-Crawler diese Aufforderungen systematisch, was wöchentliche Zugriffsversuche in die Tausende trieb. Mit der neuen Implementierung der AI Crawl Control von Cloudflare wechselt die Plattform nun zur aktiven Blockierung. Patreon betont dabei konsequent, dass die Einwilligung zur Nutzung der Inhalte nicht davon abhängen dürfe, ob ein Scraper sich freiwillig an die Regeln hält. Ausgenommen von der Sperre sind weiterhin Indizes, die ausschließlich der Strukturierung und Rückführung von Nutzern auf die Plattform dienen. Die Entscheidung fällt in einen größeren branchenweiten Trend. Immer mehr Verlage und Inhalteerschaffer setzen sich gegen das unaufgeforderte Integrieren ihrer Schöpfungen durch KI-Unternehmen zur Wehr. Cloudflare unterstützt diesen Kurs unter anderem mit dem Tool Pay Per Crawl, das einen vergütungspflichtigen Zugriff ermöglicht, und hat zudem die Standardrichtlinien für gemischt genutzte Crawler angepasst, die sowohl indexieren als auch trainieren. Drew Rowny, Produktchef bei Patreon, unterstreicht in der Bekanntmachung die philosophische Abgrenzung: Während die meisten Internetnutzer den KI-Trainingseinsatz dulden müssen, um Reichweite aufzubauen, solle auf Patreon die Kontrolle bei den Schaffenden bleiben. Die Maßnahme hat bereits messbare Wirkung erzielt und reduzierte die Anfragen an die Infrastruktur von wöchentlich tausenden Versuchen auf null. Damit setzt das Unternehmen ein klares Signal für den Schutz kreativer Arbeit im Zeitalter autonomer Datenverarbeitung.
