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KI-Boom treibt Markt, Warnung vor 1929-artigen Risiken

Andrew Ross Sorkin, einer der einflussreichsten Finanzjournalisten Amerikas, warnt vor einem drohenden Börsencrash, der der historischen Krise von 1929 ähnelt. In seinem neuen Buch „1929“ analysiert er die Ursachen des größten Börsenkrachs der Geschichte und zieht Parallelen zu den aktuellen Entwicklungen auf Wall Street. Trotz eines Rückgangs am Freitag sind die Märkte in den letzten Monaten auf Rekordhöhen geklettert – ähnlich wie in den 1920er Jahren, als die „Roaring Twenties“ von Spekulation und übermäßiger Kreditnutzung geprägt waren. Sorkin sieht heute eine neue „Roaring 2020s“, in der die Kurse durch den Hype um Künstliche Intelligenz (KI) und Technologie künstlich angefacht werden. „Ich weiß nicht, wann oder wie tief es sein wird, aber ich kann versichern: Es wird einen Crash geben“, sagt er. In den 1920er Jahren wurde der Zugang zu Aktien durch die Einführung der „Margin Trading“ revolutioniert: Anleger mussten nur 10 Prozent des Kaufpreises selbst zahlen und konnten den Rest über Kredit finanzieren. Dieses Modell, das ursprünglich von General Motors bei Autokäufen eingeführt wurde, wurde später auf die Börse übertragen und als „Demokratisierung der Finanzen“ vermarktet. Doch in schlechten Zeiten führte dies zu katastrophalen Verlusten. Heute wiederholt sich diese Dynamik: Hunderte Milliarden werden in KI-Investitionen gesteckt, während die wirtschaftliche Grundlage schwach erscheint – ein klassisches Zeichen für eine Blase. Sorkin warnt, dass die Schutzmaßnahmen, die nach 1929 eingeführt wurden, nun zurückgebaut werden. Die US-amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde (SEC) hat ihre Vorschriften gelockert, und die Verbraucherschutzbehörde ist praktisch außer Kraft gesetzt. Diese „Sicherheitsnetze“ schützten vor Ausbeutung, besonders von weniger wohlhabenden Anlegern. Doch heute wird ein neuer Trend vorangetrieben: die Öffnung von Privatmarktinvestments für die breite Öffentlichkeit. BlackRock-Chef Larry Fink fordert beispielsweise, 401(k)-Rentepläne für riskantere Investitionen in KI-Startups oder Datenzentren zu öffnen. Auch Kryptowährungen sollen Teil eines diversifizierten Portfolios werden, obwohl Fink sie früher als Betrug bezeichnete. Sorkin zeigt mit einem skurrilen Beispiel, wie leicht Märkte manipuliert werden können: Nach einer TV-Ausstrahlung mit Fink wurde ein „Sorkin-Coin“ innerhalb von zwei Stunden kreiert, der kurzzeitig 170 Millionen Dollar an Umsatz generierte – heute ist er nur noch wert, was ein Getränk kostet. Solche Meme-Coin-Phänomene erinnern an die Spekulationsblase von 1929. Obwohl einige Politiker wie Trump die Märkte als Indikator für ihre eigene Erfolgsgeschichte nutzen und daher einen Crash verhindern wollen, bleibt Sorkin skeptisch. Er sieht eine wachsende Angst bei Führungskräften, die aus Angst vor politischem Druck oder Regulierung schweigen. „Wenn das Vertrauen einmal weg ist, geht es wie ein Schnappen“, sagt er. Insgesamt warnt er: Die Märkte sind überzogen, die Risiken steigen, und die Schutzmaßnahmen werden abgeschafft – ein gefährliches Rezept für eine zukünftige Krise.

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