Hochpreise für RAM treiben Gewinne von Samsung, SK Hynix und Micron an
Hohe RAM-Preise treiben die Gewinne von Samsung und anderen Speicherherstellern auf Rekordniveau. Die steigende Nachfrage nach Arbeitsspeicher, insbesondere durch die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI), hat die Marktpreise für DRAM-Chips erheblich angehoben. Samsung, der weltweit größte Hersteller von Speicherchips, profitiert maßgeblich von dieser Entwicklung und meldete im ersten Quartal 2024 erstmals seit Jahren wieder ein operatives Gewinnwachstum, das deutlich über den Erwartungen lag. Die Umsätze stiegen um über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, wobei die Margen für DRAM-Chips auf historisch hohe Niveaus anstiegen. Auch SK Hynix und Micron Technologies sind von der KI-getriebenen Nachfrage profitiert. SK Hynix, der zweitgrößte Speicherhersteller, verzeichnete ein starkes Wachstum in der DRAM- und NAND-Produktion, wobei die Umsätze im ersten Quartal um fast 30 Prozent zulegten. Die Firma erweitert ihre Kapazitäten in Korea und plant Investitionen in neue Produktionsstätten, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Micron aus den USA meldete ebenfalls ein starkes Quartal, mit einem Anstieg der DRAM-Verkäufe um über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Firma setzt dabei verstärkt auf hochleistungsfähige Speicherlösungen für KI-Server und Datenzentren. Die Nachfrage nach Speicherchips wird vor allem durch die Expansion von KI-Infrastrukturen angetrieben. KI-Modelle wie große Sprach- und Bildgeneratoren benötigen enorme Mengen an schnellem Arbeitsspeicher, um effizient zu arbeiten. Dies führt zu einem erhöhten Bedarf an High-Bandwidth-DRAM-Modulen, insbesondere GDDR6 und HBM (High Bandwidth Memory), die in modernen GPUs und KI-Chips integriert werden. Die Nachfrage nach HBM steigt besonders stark – Samsung und SK Hynix sind führende Anbieter dieser Technologie, die für die neuesten KI-Chips von NVIDIA und anderen Herstellern unverzichtbar ist. Die Preisanstiege sind auch auf eine begrenzte Kapazitätsausweitung zurückzuführen. Nach mehreren Jahren der Überproduktion und sinkender Preise haben die Hersteller ihre Produktion nun vorsichtig ausgeweitet, um eine neue Überkapazität zu vermeiden. Die Preise für DRAM sind seit Mitte 2023 kontinuierlich gestiegen und erreichten im ersten Halbjahr 2024 ein Niveau, das die Gewinnmargen der Hersteller erheblich stärkt. Industrieanalysten sehen die aktuelle Phase als Wendepunkt in der Speicherbranche. „Die KI-Revolution hat die Dynamik der Speicherindustrie grundlegend verändert“, sagt ein Analyst von TrendForce. „Die Hersteller sind nicht mehr nur auf Preiskämpfe aus, sondern können nun profitabel produzieren – und das über einen längeren Zeitraum.“ Samsung, SK Hynix und Micron sind führende Player in der globalen Speicherindustrie. Samsung ist der Marktführer in DRAM und NAND, SK Hynix ist ein führender Anbieter von HBM und DRAM, während Micron in den USA eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Speicherlösungen für Rechenzentren und KI spielt. Die derzeitige Marktlage stärkt ihre Position und ermöglicht erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung, um neue Generationen von Speicherchips zu schaffen. Die Branche steht vor einer Phase des Wachstums, die von KI, Cloud-Computing und der zunehmenden Rechenleistung in Endgeräten getragen wird.
